Hohe Mieten im Milieuschutzgebiet

Schöneberg. Dieser Tag läuft „Die Stadt als Beute“ im Kino. Zu Andreas Wilckes Dokumentation von gierigen Investoren und verängstigten Mietern passt eine Meldung der Mietergemeinschaft Gleditschstraße.

Deren Sprecher Jens Hakenes berichtet, es seien erste Inserate mit Kaltmieten aufgetaucht, die noch viel höher lägen als erwartet. In der Gleditschstraße 49-69 wurden drei Wohnhäuser aus den 50er-Jahren energetisch saniert, unter anderem mit neuen Fenstern und Balkons modernisiert und aufgestockt. Dafür wurden auf der Hofseite Fahrstühle angebaut. Es entstanden 1450 Quadratmeter neue Wohnfläche, verteilt auf Wohnungsgrößen von 86 bis 132 Quadratmetern.

Jens Hakenes hat zehn Online-Inserate entdeckt, in denen für die neuen Wohnungen eine Kaltmiete zwischen 14,76 und 16,20 Euro je Quadratmeter verlangt wird. Hakenes erinnert sich, dass der Investor, der Fonds „Wohnen Deutschland“, einmal elf Euro pro Quadratmeter für die Neubauwohnungen auf dem Flachdach genannt hat.

Architekt Jan Wewelsiep sagte im Juli gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, bei den elf Euro handele es sich um einen Mindestquadratmeterpreis; für die Altmieter in der Gleditschstraße ist das schon das Doppelte ihrer derzeitigen Miete.

Sie fürchten, für den neuen Wohnraum ebenfalls zur Kasse gebeten zu werden. Nach den Worten Jens Hakenes’ droht eine Mieterhöhung wegen der Modernisierungsmaßnahmen. „Auch der Mietspiegel wird wegen der Dachgeschossmieten steigen und damit der Spielraum für weitere Mieterhöhungen durch den Investor“, so Hakenes. Die Gleditschstraße ist Milieuschutzgebiet. KEN
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