Jugendarbeit vor dem Aus? Eigentümer kündigt Bezirksamt gemietete Räume

Berlin: PallasT |

Schöneberg. Steht die Jugendarbeit in Schöneberg-Nord vor dem Aus? Der Vertrag für die Einrichtungen „Drugstore“, „Potse“ und „PallasT“ wurde zum 31. Dezember dieses Jahres gekündigt.

Die Räume für die Jugendzentren in der Potsdamer Straße 180-182 sowie für das Jugend- und Kulturhaus in der Pallasstraße 35 hat das Bezirksamt angemietet.

Der Bezirk bezahlt zurzeit für rund 1850 Quadratmeter eine monatliche Miete in Höhe von 17.832 Euro. Die Eigentümerin der Immobilie, die Potsdamer Straße 180/182 Grundstücks GmbH, will vom Bezirk statt der bisherigen 7,22 Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter künftig 11,50 Euro kassieren.

„Das ist eine Steigerung um 60 Prozent. Das ist für das Jugendamt nicht tragbar“, sagte Jugendstadtrat Oliver Schworck (SPD) auf Anfragen der Bezirksverordneten Harald Sielaff (CDU) und Martina Zander-Rade (Bündnisgrüne) im Bezirksparlament. Statt die Gegenangebote des Bezirksamtes zu prüfen, habe die GmbH zum 31. Dezember 2015 den Mietvertrag gekündigt.

Trotzdem verhandelt Oliver Schworck noch mit der GmbH. Tempelhof-Schöneberg will die Jugendeinrichtungen weiter betreiben. „Wir haben ein großes Interesse daran, sie zu erhalten“, betont der Stadtrat. Einfach seien die Verhandlungen allerdings nicht, so Schworck. „Die Vorstellungen gehen deutlich auseinander.“

Das Bezirksamt sucht nach Auswegen: Etwa in der Potsdamer Straße weniger Quadratmeter anzumieten, eine Kooperation mit Dritten einzugehen, um „Finanzmittel zu generieren“, aber auch nach alternativen Mietobjekten, sollten die Verhandlungen scheitern. Sollte eine Übereinkunft zustande kommen, will Schworck gleich einen Zehn-Jahres-Vertrag mit Ausstiegsklausel für den Bezirk abschließen. „Wir denken auch an die Vermieterin.“

Skepsis in der CDU: Der Jugendbereich stehe heute mit sechs bis sieben Millionen Euro in der Kreide, so Fraktionsgeschäftsführer Christian Zander. Zudem sei eine Haushaltssperre verhängt.

Bei den Grünen wundert man sich über die Kündigung. Laut Martina Zander-Rade hat Jugendstadtrat Oliver Schworck noch im Dezember 2014 behauptet, der Mietvertrag mit der Potsdamer Straße 180/182 GmbH könne ausschließlich vom Bezirksamt gekündigt werden. KEN
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