Potse und Drugstore: Wieder ist die Zukunft der Jugendeinrichtungen unsicher

Berlin: Potse und Drugstore |

Schöneberg. Wieder ist der Fortbestand der beiden Jugendfreizeiteinrichtungen Potse und Drugstore in Gefahr.

2015 war es Jugendstadtrat Oliver Schworck (SPD) gelungen, mit dem Eigentümer der Potsdamer Straße 180 einen Mietvertrag auszuhandeln. Vielleicht zum letzten Mal.

Der laufende Vertrag endet am 31. Dezember 2017 und wieder sitzt Oliver Schworck mit dem Investor am Tisch. Die Chance, dass Potse und Drugstore über den 31. Dezember hinaus zu einem tragbaren Mietpreis bleiben können, ist aber eher gering.

Die Verhandlungen seien schwierig, sagt Schworck. Schon die Kontaktaufnahme mit dem Eigentümer sei nicht einfach gewesen. Dieser reagiere in der Frage der Weitervermietung „sehr zurückhaltend“. Dezernent Schworck wurde zu verstehen gegeben, die Gewerbemieten in Berlin lägen auf einem deutlich anderen Niveau als noch vor einem Jahr. „Er will herausholen, was der Markt hergibt“, so Oliver Schworck. Die Gespräche dauern an.

Parallel zu den Verhandlungen läuft die Suche nach einem Alternativstandort auf Hochtouren. Geeignete Immobilien wurden schon gesichtet. Keine konnte angemietet werden. „Die Vermieter haben andere Vorstellungen zu ihrer Zielgruppe“, sagt Schworck mit Blick auf die wohl ziemlich unangepasste Gruppe der Punker, die sich in Potse und Drugstore treffen.

Es gibt die Idee, die Fläche unter der Sophie-Scholl-Sporthalle für die Jugendfreizeiteinrichtungen auszubauen. Das gehe nicht ohne eine Instandsetzung der ganzen Halle, so Oliver Schworck. Auch über recht „unorthodoxe“ Lösungen wie die Kooperation mit einem Investor, der dem Bezirk einen Neubau für Potse und Drugstore hinstellt, denkt Oliver Schworck laut nach.

Wer wie die Linke fordere, die gewünschte Miete zu zahlen oder sogar die Etage zu kaufen, lüge sich in die Tasche, so der Stadtrat. Der CDU-Verordnete Ralf Olschewski sagt: „Wir haben dafür gar nicht das Geld.“ Der SPD-Verordnete Axel Seltz meinte, würde man das eine oder andere tun, seien Schließungen anderer Jugendeinrichtungen im Bezirk oder Stellenstreichungen im Jugendamt die Folge. KEN
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