Räumungsklage gegen Verein

Verzweifelt: Harmonie-Geschäftsführerin Larissa Neu. Foto: KEN (Foto: KEN)
Berlin: Verein Harmonie |

Schöneberg. Für „Harmonie“ geht es jetzt um alles oder nichts. Das Berliner Landgericht verhandelt am 20. Juli die Räumungsklage des Hauseigentümers gegen den Integrationshilfeverein.

Inzwischen wurde eine Online-Petition des Quartiersrats an den Hauseigentümer gestartet. Bis Redaktionsschluss kamen auf der Plattform change.org über 1100 Unterschriften zusammen.

Erfolglos waren eine BVV-Resolution sowie Vermittlungsversuche von Quartiersmanagement (QM), Quartiersrat und sogar Bürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD). Ebensowenig Glück beim Hauseigentümer, Geschäftsführer einer christlich orientierten Beratungsfirma, hatte Andreas Germershausen, Beauftragter des Senats für Integration und Migration. Auch auf eine Anfrage der Berliner Woche hat der Eigentümer nicht reagiert.

„Gibt das Gericht der Klage statt, ist es für den ganzen Verein aus“, sagt Larissa Neu. Dem Vereinsbudget angemessene Ersatzräume habe sie nicht gefunden, so die ehrenamtliche Geschäftsführerin. Die Arbeit der Integrationslotsen bei Harmonie finanziert die Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen. Deren Pressesprecher Christoph Lang teilte mit, der Bezirk Tempelhof-Schöneberg habe Harmonie inzwischen neue Räume angeboten.

Immer pünktlich bezahlt

„Der Fall ist krass“, sagt Hans-Eberhard Schultz, Anwalt des Vereins. Die Kündigung sei Schikane. "Harmonie" habe die Miete immer pünktlich bezahlt. Auch im Fall einer Vermietung von Gewerberäumen, so Schultz, sei Eigentum in jedem Fall „sozial auszuüben“. Der Anwalt wird vor Gericht die Aussetzung der Räumungsklage beantragen, bis über den Vorkaufsrechtsstreit zwischen dem früheren Eigentümer der Immobilie, Bund, und Bezirk entschieden ist.

Für das Quartiersmanagement ist „Harmonie“ unverzichtbar. „Man kann eine solche Perle nicht aus der Kette brechen“, sagt QM-Mitarbeiter Remzi Uyguner. Gute Arbeit attestiert auch die Senatsverwaltung. Pressesprecher Lang: „Wir werden auf jeden Fall gemeinsam mit dem Bezirk dafür Sorge tragen, dass das Angebot der Integrationslotsen weiter aufrecht erhalten bleibt.“ KEN
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