Wohnungen für Flüchtlinge: Bezirksamt soll Grundstücke und Gebäude suchen

Berlin: BVV Tempelhof-Schöneberg |

Tempelhof-Schöneberg. Während der Senat nach wie vor Schwierigkeiten hat, Flüchtlinge schnell und angemessen unterzubringen, soll Tempelhof-Schönebergs Bezirksamt nach kleinen Unterkünften für rund 100 bis 120 Personen suchen, beschloss die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) vor ihrer Sommerpause.



Das könnten auch befristete „mobile Unterkünfte“, also Container und Zelte, auf Brachen oder in Baulücken sein. Vorzugsweise sollen es sich aber um Wohnungen handeln. Danach soll der Bezirk auf die Suche nach geeigneten Grundstücken und Gebäuden gehen, die sich entweder im Besitz der öffentlichen Hand oder in Privateigentum befinden, über alle Ortsteile Tempelhof-Schönebergs verteilt und gut an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden.

Eine Alternative ist, in Gemeinschaftsunterkünften und Erstaufnahmeeinrichtungen kleinere Wohneinheiten für Familien und Gruppen beziehungsweise Apartments für Einzelpersonen zu schaffen.

Der Antrag kam ursprünglich von der Grünen-Fraktion im April dieses Jahres. Im Juni stimmte der Ausschuss für Soziales und Senioren unter Vorsitz der CDU-Verordneten Britta Schmidt-Krüger dem zu. Die Bezirksverordnetenversammlung folgte dieser Ausschussempfehlung.

Der angenommene Antrag beinhaltet zudem die Forderung an städtische Wohnungsunternehmen, Wohnungen „mit einfachem Standard“ für bedürftige soziale Gruppen insgesamt anzubieten. Entsprechende Zielvereinbarungen habe der Senat mit der Wohnungswirtschaft zu treffen.

In der Tat wäre es billiger, Flüchtlinge in Wohnungen unterzubringen. Das haben Recherchen von Zeit online und rbb-Inforadio ergeben. Nur ist auch in Berlin bekanntermaßen bezahlbarer Wohnraum mittlerweile eine Rarität. Und es kommen mehr Flüchtlinge nach Berlin, als neue Unterkünfte geschaffen werden können, hat unlängst Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) eingeräumt. Seit 2012 hat sich die Zahl der Flüchtlinge in Berlin vervierfacht. Allein in diesem Jahr werden weitere 20.000 Flüchtende erwartet. KEN
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