Der Olympische Sportclub Berlin ist 125 Jahre alt

Der Sportverein weiß seine Mitglieder, ob jung oder alt, zu begeistern. (Foto: OSC/Andreas Schwarz)

Schöneberg. Mit einem Festakt in der Schöneberger Dorfkirche hat der Olympischer Sportclub Berlin (OSC) sein Jubiläumsjahr eingeläutet. Älter als ein Mensch ist dieser Verein, der größte im Bezirk, der 1890 als Schöneberger Männer-Turnverein gegründet wurde.

125 Jahre hat der OSC mittlerweile auf dem Buckel. 2700 Mitglieder verteilen sich auf 14 Abteilungen von Bambini-Eishockey über die legendäre "Amsel"-Turnerriege bis zum Tanzsport. Damals hätten sich der Gründervater, der Schöneberger Lehrer Max Nitsche, und weitere 24 Sportbegeisterte nicht träumen lassen, dass ihrem Verein einmal Sportler angehören, die sieben olympische Medaillen, 37 Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften sowie über 280 Deutschen Meisterschaften nach Hause bringen.

Aus einem Dorfverein ist einer der bedeutendsten in der Hauptstadt geworden. Auf diesem Weg waren schwere Krisen und Herausforderungen zu meistern. Da sind die "Gleichschaltung" durch die Nazis, der Zweite Weltkrieg, der unter den Vereinsmitgliedern viele Opfer forderte, und die Wiedergründung als OSC im Jahr 1947 als Zusammenschluss des 1943 gegründeten Olympischen Sport-Clubs und des MTV-Nachfolgers "Turn- und Sportverein Berlin-Schöneberg". Zwischen 1950 und 1953 werden Schlag auf Schlag neue Abteilungen gegründet: Rhönrad, Tennis, Frauenkunstturnen, Fechten sowie Eis- und Rollsport.

Den Hauch der Weltgeschichte spürt der OSC, als sein langjähriges Mitglied Robert H. Lochner, Berliner Dolmetscher John F. Kennedys und Rias-Direktor, am 26. Juni 1963 den wichtigsten Satz der Präsidentenrede auf eine Karte schreibt: Ish bin ein Bearleener.

Zur Jahrtausendwende erhielt der Schöneberger Sportverein eine neue Satzung. Fortan war die Mitgliedschaft selbstständiger Abteilungsvereine möglich. Der erste wurde am 1. Juli 2001 die OSC-Tanzsportabteilung als "Blau-Weiß-Silber Berlin im OSC", heute der Tanzsportclub "Blau-Silber Berlin". In eine existenzbedrohende Krise schlitterte der OSC 2002 nach der Millionenpleite des internationalen Stadionfests Istaf, das der Verein zusammen mit dem Berliner Sportclub und dem Sportclub Charlottenburg seit mehr als 64 Jahren getragen hatte. Erst nach sechs Jahren Hoffen und Bangen konnte der damalige OSC-Präsident Jürgen Fiedler verkünden: Wir haben es geschafft. Trotz der Krise hat der Verein 2004 das wegweisende Projekt "Kleine kommen ganz groß raus" in Zusammenarbeit mit Schöneberger Kitas aus der Taufe gehoben.

Wie schon zum 100. Geburtstag bleibt es auch 125., zu dem Ehrenpräsident Jürgen Fiedler eine umfangreiche und detailfreudige Festschrift verfasst hat, nicht bei einem Festakt. Am 30. und 31. Mai richtet der OSC ein großes Tischtennisturnier in der Schöneberger Sporthalle aus. "Das Eishockey-Pokalfinale wird in Berlin ausgetragen, die Fechtabteilung plant ein großes Turnier", kündigt Präsident Uwe Risse an.

2015 wird aber nicht nur gefeiert. Neue Aufgaben stehen an. Präsident Risse will weitere hauptamtliche Mitarbeiter einstellen. Und im Präsidium gilt es, die freien Stellen eines Sportwarts, eines Schriftführers und eines Internetbeauftragten zu besetzen. Übrigens, die 116-seitige Festschrift zum Jubiläum kann man für 8,50 Euro beim OSC kaufen.

Weitere Informationen unter www.osc-berlin.de.

Karen Noetzel / KEN
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