SG OSC Schöneberg-Friedenau: erfolgreich und mit Ambitionen

Tanz mit dem Ball. Die 1. Herrenmannschaft beim Training im Sportzentrum Schöneberg am Sachsendamm. (Foto: KEN)

Schöneberg. Eine dreiviertel Stunde haben die jungen Männer ihre Runden auf dem Dominicus-Sportplatz gedreht. Der Schweiß tropft von der Stirn. Jetzt geht es in der Sporthalle weiter.

Die 1. Herrenmannschaft der Spielgemeinschaft OSC-Schöneberg-Friedenau (SG OSF) bereitet sich in der Halle am Sachsendamm, eine von sechs Sportstätten der SG, auf ihre nächste Saison vor. „Bis dahin stehen nur Kraft- und Konditionstraining auf dem Programm“, erklärt Trainer Ferenc Remes und lacht. Der gebürtige Ungar kümmert sich erst seit wenigen Wochen um die Handballer, hat die Spieler im Durchschnittsalter von knapp 24 Jahren aber schon gut im Griff.

Auf der Tribüne sitzt Roger Witt und beobachtet die Kraftübungen unten auf dem Parkettboden. Witt ist Leiter der SG OSF und sichtlich stolz auf den Erfolg.

Die Schöneberger sind hinter den Reinickendorfer Füchsen die erfolgreichste Berliner Handballmannschaft, und das seit vier Jahren. Sie spielen in der vierthöchsten Spielklasse, der Oberliga Ostsee-Spree. In der abgelaufenen Saison wurden die Männer Vizemeister. Das ist die beste Platzierung, die eine Schöneberger Handballmannschaft je erreicht hat. Im Deutschen Amateurpokal schied sie erst im Viertelfinale aus. „Bei den Männern wollen wir die erfolgreichste Amateurmannschaft werden“, erklärt Roger Witt.

Sie sind alle Amateure. Spieler und Spielerinnen finanzieren ihre Fahrten zu Spielen und Turnieren selbst. An Sponsoren hapere es sowieso, erläutert der Vereinschef. „Sie sind in der Sportstadt Berlin extrem ausgelastet.“ Sport-Sponsoring sei für Unternehmen ein Luxus, „wie früher das Halten von Rennpferden“.

2003 haben sich die Handballabteilungen der drei Schöneberger Vereine OSC, HC Schöneberg 77 und Friedenauer TSC zur Spielgemeinschaft zusammen geschlossen. Die Idee dahinter: Aktivitäten zu bündeln anstatt sich um Hallenzeiten, Spieler und Trainer zu balgen.

„Wir wollen attraktiven Handballsport bieten“, so Roger Witt. Die SG OSF ist auf diesem Feld der drittgrößte Anbieter in Berlin. 650 Mitglieder von sechs bis 81 Jahren werden von rund 40 Ehrenamtlichen trainiert und betreut. Probleme mit Nachwuchs hat der Verein nicht, wenn man davon absieht, dass es schwierig ist, junge Leute zu finden, die sich langfristig engagieren, beispielsweise als Trainer.

Im Mittelpunkt steht die Jugendarbeit. Das heißt für Roger Witt: Kinder von der Straße zu holen und den schlechten Berliner Schulsport auszugleichen, „wo eine Rolle auf der Matte eine Bewegungstragödie“ sei.

Witt bedauert, dass die Bemühungen des Vereins um Integration von Flüchtlingskindern wenig fruchten. „Viele gehen zum Fußball.“ Der Rasensport stehe auch beim Publikum an erster Stelle. Zu den Spielen der 1. Herren kämen in der Regel rund 150 Zuschauer. Kurzfristig könne der Verein mehr „aktivieren“. Eins Spiel gegen Magdeburg im August 2014 verfolgten fantastische 1600 Zuschauer. Informationen unter www.sg-osf.de. KEN
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