Kein Platz für Melitta Sundström: SPD zieht Antrag zurück

Schöneberg. Nach dem bereits vor über drei Jahren geäußerten Wunsch der SPD-Fraktion in der BVV sollte die kleine Grünanlage an der Ecke Eisenacher und Fuggerstraße nach Melitta Sundström benannt werden.

Sundström hieß eigentlich Thomas Gerards. Der Unterhaltungskünstler, der als Soulsänger und Tunte auftrat, starb 1993 mit 28 Jahren an Aids. Die SPD hatte ihren Benennungsantrag mit dem „engagierten und aktiv gelebten Infragestellen der biologischen Geschlechterrollen im Sinne des Gender-Begriffs“ von Gerards-Sundström begründet.

Erst Anfang Oktober dieses Jahres kam der Antrag wieder auf die Tagesordnung, diesmal im Kulturausschuss. Er wurde von den Antragstellern zurückgezogen. Es habe Kritik am vorgeschlagenen Ort gegeben, sagte SPD-Fraktionschef Jan Rauchfuß. Der kleine Park ist ein beliebter Treffpunkt von Strichern und Drogendealern. „Es deutete sich an, dass der Antrag keine Mehrheit finden würde“, so Rauchfuß weiter.

Um das Andenken an die Person Sundström nicht zum Teil einer politischen Auseinandersetzung werden zu lassen, wollte die SPD keine Ablehnung ihres Antrags riskieren. „Hinter der Idee einer Würdigung steht die Fraktion nach wie vor“, betont Jan Rauchfuß. „Neue BVV, neue Chance“, heißt die Überlegung der Sozialdemokraten, die das Andenken Sundströms vorzugsweise im Regenbogenkiez verankern wollen. KEN
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