Parken vor dem Rathaus Schöneberg an Markttagen doch nicht komplett verboten

Berlin: WochenmarktJohn-F.-Kennedy-Platz |

Schöneberg. Der Wochenmarkt vor dem Rathaus hat keinen leichten Stand. Ein Parkverbot an den Markttagen sollte für mehr Attraktivität sorgen. Nun ist die zuständige Stadträtin Christiane Heiß Bündnis 90/Grüne) zurückgerudert.

Im Jahresdurchschnitt beschicken Dienstag und Freitag regelmäßig fünf Händler den John-F.-Kennedy-Platz. Am Dienstag sind derzeit neun Stände aufgebaut. Viel zu wenig, sagt Stadträtin Heiß, die den Standort mit seinem regionalen Angebot stärken will.

Die Ursache für die Unattraktivität des Wochenmarkts hatte Christiane Heiß schnell ausgemacht: das „Durcheinander mit parkenden Kraftfahrzeugen“. Dauerparker nähmen den Händlern den Platz weg. Deshalb kündigte die Dezernentin am 23. März in einer Pressemitteilung an, dienstags und freitags zwischen 6 und 15 Uhr das Parken komplett zu verbieten. Falschparker würden umstandslos abgeschleppt.

Die CDU-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) protestierte und erinnerte die Stadträtin an einen BVV-Beschluss aus dem Jahr 2013, lediglich die tatsächlich von den Händlern benötigte Fläche zu sperren. Vor allem ältere und bewegungseingeschränkte Bürger sollten weiterhin möglichst ungehindert Zugang zum Rathaus haben. Um auch dem Problem der Dauerparker zu begegnen, hatten die Christdemokraten im März erfolgreich einen Antrag eingebracht, auf dem Platz eine Kurzzeitparkzone mit 20 Stellplätzen einzurichten.

Die Kritik hat Wirkung gezeigt. Stadträtin Christiane Heiß hat das Parkverbot zurückgenommen. Auf der Fläche, die nicht für den Wochenmarkt benötigt werde, könne weiterhin geparkt werden, so Heiß. „Dies ist eine vernünftige, bürgerfreundliche und pragmatische Lösung, an der festgehalten werden sollte“, sagte der CDU-Bezirksverordnete Christian Zander.

Ihre Pressemitteilung nannte die Stadträtin eine „schlichte Botschaft an die Allgemeinheit“, dass Händler und Kunden sich durch die Autos gefährdet fühlten. Sie sei um eine „Austarierung aller Nutzungsansprüche“ bemüht. Christiane Heiß plant eine bauliche Abgrenzung zwischen dem Parkplatz- und dem Marktbereich. KEN
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