Raser gefährden Schülerlotsen

Berlin: Werbellinsee-Grundschule |

Schöneberg. Schnelles Fahren, provokante Lenkmanöver „ohne Rücksicht auf Verluste“: Die Situation vor der Werbellinsee-Grundschule ist dermaßen eskaliert, dass Polizei und Schule sich genötigt sahen, die Verkehrslotsen von ihren Posten abzuziehen.

Die Zustände rund um die Schule in der Luitpold-, Ecke Eisenacher Straße waren so besorgniserregend, dass sich jetzt Politiker auf Bezirks- und Landesebene eingeschaltet haben.

Florian Graf, CDU-Fraktionschef im Abgeordnetenhaus, und Burkard Dregger, Innenexperte der CDU-Fraktion, waren schon vor Ort, um sich ein eigenes Bild zu machen. Offensichtlich, so Graf und Dregger, gebe es ähnliche Vorfälle mit Schülerlotsen auch vor anderen Schulen in Berlin. Dem Besuch folgt eine parlamentarische Initiative. Der Senat soll schnell eine Lösung des Problems finden.

Auf Bezirksebene wird die CDU in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am 18. Januar als erste Sofortmaßnahme eine allmorgentliche strenge Verkehrsüberwachung durch die Polizei fordern. Die Grünen gehen gleich mit drei Anträgen in diese BVV-Sitzung. Einmal sollen Bezirksamt, Polizei und Schulen für jeden Standort untersuchen, welche Maßnahmen wo am wirksamsten sind. Im Katalog der Grünen finden sich Schulstraßen, Einfahrtverbote, Bodenschwellen, Fahrbahnverengungen, Zebrastreifen sowie häufige Polizei- und Ordnungsamtskontrollen.

In einem zweiten Antrag wird den Schulen nahegelegt, ihr Umfeld hinsichtlich Verkehrssicherheit genau unter die Lupe zu nehmen. Die Ergebnisse sollen anschließend dem Bezirksamt für die weitere Verkehrsplanung zur Verfügung stehen. Und schließlich fordern Grüne und SPD in einem gemeinsamen Antrag den Bezirk auf, der „Berliner Charta für die Verkehrssicherheit“ beizutreten, eine Selbstverpflichtung für Bezirksamtsmitarbeiter, in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich Maßnahmen zur Verkehrssicherheit zu planen und umzusetzen.

Die schulpolitische Sprecherin der Grünen, Martina Zander-Rade, merkt noch an, vielfach seien die Verkehrsrüpel die Fahrer der „Elterntaxis“, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen und dabei die Sicherheit der anderen Kinder aufs Spiel setzten. KEN
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