Viele Geschäfte verkaufen Minderjährigen Hochprozentiges

Tempelhof-Schöneberg. Sisyphos wäre wahrscheinlich glücklicher als Ordnungsstadtrat Oliver Schworck (SPD) in diesen Tagen. Schon wieder ist die Bilanz von Schnaps-Testkäufen im Bezirk erschreckend.

Zum dritten Mal hatte das Ordnungsamt minderjährige Testkäufer losgeschickt, um die Einhaltung des Jugendschutzes in Geschäften zu überprüfen. Erneut musste der Stadtrat erklären: „Ich war von den Ergebnissen schockiert.“

Immer noch 83 Prozent der überprüften Spätis, Kioske und Supermärkte – letztere versichern stets, dem Jugendschutz oberste Priorität einzuräumen – verkaufen Hochprozentiges an Jugendliche, ohne mit der Wimper zu zucken. Bei der letzten Aktion dieser Art 2015 waren es nahezu 100 Prozent.

Die minderjährigen Testkäufer wurden auf ihre entsprechend Aufgabe vorbereitet. Und Verkäufer zu überreden, ihnen Schnaps zu verkaufen, galt nicht. „Wir haben den Geschäftsleuten und Mitarbeitern faire Bedingungen geboten“, sagte Oliver Schworck. Die jungen Testkäufer mussten auf Nachfrage ihr wahres Alter nennen und ihren Ausweis vorlegen. Wer unter den Geschäftsleuten den Jugendschutz missachtete, wurde sogleich von Mitarbeitern des Ordnungsamts zur Rede gestellt und erhielt eine Anzeige. Einer erhielt sogar eine Strafanzeige wegen Beleidigung. Er hatte bei der Kontrolle die Testkäufer und Ordnungsamtsmitarbeiter übel beschimpft.

„Diese Art der Kontrolle wird weitergehen“, kündigte Stadtrat Oliver Schworck an. „Ich wünsche mir, dass die Gewerbetreibenden den Jugendschutz als Aufgabe verstehen und sich in die Situation hineinversetzen, wie sie damit umgehen würden, wenn ihr Kind Alkohol ohne Kontrolle ausgehändigt bekäme.“ KEN
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