Der Wilde Westen liegt mitten in Berlin

Ralf Keber, als Jack Hunter Bürgermeister der Westernstadt „Old-Texas-Town“, vor dem 2015 erbauten Fort Alamo. (Foto: Michael Uhde)
Berlin: Old-Texas-Town |

Siemensstadt. Mit dem Bau der Sport- und Eventarena Spandau an der Paulsternstraße 20 rückt die 11 000 Quadratmeter große Westernstadt „Old-Texas-Town“ an der Paulsternstraße 18 verstärkt ins Blickfeld. Ihr neues Eingangstor und der meterhohe Palisadenzaun grenzen nun weithin sichtbar direkt an den Parkplatz der Arena an.

„Die derzeit 34 Mitglieder unseres am 11. März 1950 gegründeten Vereins haben hier seit 1968 die Town mit eigenen Händen gebaut“, sagt Ralf Keber (57), der seit 2008 als Bürgermeister Jack Hunter die Geschicke der Westernstadt leitet. Einen großen Einschnitt habe es gegeben, als die Firma Siemens, Eigentümer des Grundstücks, das Areal von „Old-Texas-Town“ an den Investor des 2010 eröffneten Einkaufszentrums „Siemensstadt-Park“ an der Ecke Nonnendammallee und Paulsternstraße mitverkauft habe.

„Wir mussten zwar rund 5000 Quadratmeter abgeben, konnten aber zunächst bis 2024 einen günstigen Pachtvertrag mit dem neuen Eigentümer abschließen“, sagt der Falkenseer Keber. Zudem habe der Verein 60 000 Euro als Ersatz für Gebäude erhalten, die weichen mussten. „Unsere Interessen und die des Investors wurden ausgeglichen“, freut sich der Westernstadt-Bürgermeister, der im Zivilberuf Vermessungsingenieur ist. Zwar entfiel durch die Verkleinerung das alte Bergwerk, aber nach etlichen längst fälligen Restaurierungsarbeiten entstand in den vergangenen Jahren auch Neues. „So haben wir uns endlich den langgehegten Wunsch erfüllt und 2015 das Fort Alamo fertiggestellt.“ Im Fort werde ein Museum entstehen, das die Geschichte von Texas und der Berliner Westernstadt dokumentiere. Einen Ehrenplatz erhält hier auch die vom Investor spendierte Büste von Fritz Walter. Als Bürgermeister „Ben Destry“ war der 2008 im Alter von 85 Jahren verstorbene Walter der Gründer von Verein und Texas-Town.

Neu sind auch der Palisadenzaun rund um Texas Town und die Sanitäranlagen des 1973 eröffneten „Mary’s Saloon“. In dem wird auch heute noch jeden ersten Sonnabend im Monat von 18.30 bis 2 Uhr nach Westernmanier mit Town-Führung, Flaggenparade und Quadrille gefeiert. Karten gibt es für fünf (Stehplatz) oder acht Euro (Sitzplatz) auf der Internetseite des Vereins www.old-texas-town.de. Hier kann der Saloon auch für Firmen- oder Familienfeiern gebucht werden.

Auf eine besondere Veranstaltung weist Bürgermeister Jack Hunter hin. „Am 21. November feiern wir unsere Oldie-Nacht mit Hits aus den 70er- und 80er-Jahren“, sagt er. Der Eintritt kostet an diesem Abend 16 Euro.

Das Geld, das bei den Veranstaltungen eingenommen wird, verwendet der Verein „Cowboy-Club Old-Texas Berlin 1950“ natürlich für seine Westernstadt. So konnte der Bau des neuen Eingangs oder die Verlegung des Friedhofs bezahlt werden. Und das nächste Projekt ist bereits in Sicht. „Wir werden das Bergwerk neu aufbauen“, sagt Westernstadt-Bürgermeister Jack Hunter. Ud
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