Flüchtlinge müssen umziehen: Senat lässt Notunterkunft am Rohrdamm schließen

Berlin: Rohrdamm |

Siemensstadt. Die Notunterkunft am Rohrdamm soll zum 3. Juni schließen. Der Senat hat den Vertrag mit dem Betreiber gekündigt. Seit dem Wochenende werden die Flüchtlinge auf andere Unterkünfte verteilt.

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) hat das Vertragsverhältnis mit dem privaten Betreiber PeWoBe gekündigt und lässt die Flüchtlingsunterkunft am Rohrdamm 22 jetzt schließen. Nach Informationen des Spandauer Volksblattes soll das Aus zum 3. Juni erfolgen. Die 320 Flüchtlinge werden seit dem vergangenen Wochenende bereits auf andere Unterkünfte verteilt. Familien mit Kindern, die in Spandau zur Schule gehen, sollen in die Unterkünfte an der Paulsternstraße und an der Mertensstraße umziehen, vereinzelt auch in den Waldschluchtpfad und in die Motardstraße. Etwa 130 Bewohner sollen in den Hangars auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof einquartiert werden. Gegen den Zwangsumzug hatten die Heimbewohner im Vorfeld protestiert.

Mit der vorzeitigen Kündigung des Vertragsverhältnisses hat die Senatssozialverwaltung offenbar die Reißleine zum umstrittenen Betreiber PeWoBe gezogen. Das Haus am Rohrdamm ist seit 2014 im Besitz der Professionellen Wohn- und Betreuungsgesellschaft mbH. Schon damals sorgte der Kauf für Schlagzeilen. Von einem möglichen „Millionen-Deal“ war die Rede. Der Landesrechnungshof schaltete sich ein und überprüfte den Betreibervertrag. Gegen zwei Mitarbeiter des Lageso wurden Ermittlungen eingeleitet.

Zehn Jahre Mietzahlungen garantiert

Die PeWoBe soll das Gebäude am Rohrdamm für 6,5 Millionen Euro erworben haben. Dafür soll das Lageso garantiert haben, zehn Jahre lang die Miete zu zahlen. Auch geplante Umbauten genehmigte das Lageso. Später sollte die Awo Mitte die Notunterkunft als Gemeinschaftsunterkunft weiterbetreiben und zwar für eine Miete in Höhe von etwa 117.000 Euro monatlich an die PeWoBe als Eigentümerin des Gebäudes. Wie bekannt wurde, soll das Haus am Rohrdamm mittlerweile an einen Immobilien-Unternehmer verkauft worden sein. uk
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