Im Reuter West wird nur gereinigtes Spreewasser genutzt

Am Bildschirm kontrollieren Vattenfall-Mitarbeiter ständig den Prozess der Wasseraufbereitung. (Foto: M. Uhde)

Siemensstadt. Im Rahmen der Messe "Wasser Berlin" vom 23. bis 26. April öffnete der Energieversorger Vattenfall am 25. April die Tore des Heizkraftwerks Reuter West, Großer Spreering 5, für Fachbesucher. Betriebsingenieur Stefan Bach führte Fachleute und Studenten durch die Anlage zur Wasseraufbereitung.

Für Kühl- und Betriebszwecke benötigt dieses Heizkraftwerk jährlich rund 9,5 Millionen Kubikmeter des wertvollen Nasses. Entnommen wird es der nahe gelegenen Spree. Nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung produziert Reuter West mit seinen zwei Blöcken jährlich rund 726 Megawatt Fernwärme. Das reicht aus, um 440 000 Wohnungen mit Raumwärme und Warmwasser zu versorgen. Ebenfalls im kombinierten Betrieb produziert das Heizkraftwerk bis zu 510 Megawatt Strom und versorgt damit rund eine Million Berliner Haushalte. Wasser wird im Kraftwerk auch dafür benötigt, um die Fernwärme durch die Rohrleitungen zum Endverbraucher zu transportieren. Dafür ist Wasser mit seiner großen spezifischen Wärmekapazität hervorragend geeignet. Doch um etwa die stählernen Rohrleitungen vor Korrosion und Ablagerungen zu schützen, muss das der Spree entnommene Wasser zuvor aufwendig gereinigt werden. Dies geschieht im Kraftwerk Reuter West seit etwa sieben Jahren in einem umweltschonenden Verfahren.

"Zunächst werden grobe Stoffe wie tote Fische und Äste aus dem Spreewasser entfernt", erläuterte Bach. Durch Ultrafiltration und Ionenaustauscher werden anschließend Härtebilder und Salze entfernt. Eine besondere Rolle spielt beim Reinigungsprozess die Umkehrosmose. Ähnlich der Regelung des Wasserhaushalts einer Körperzelle wird dabei das Wasser mit rund zehn bar Druck durch zahlreiche Membranen gepresst. Das so völlig entsalzte Wasser wird dann für die Dampferzeugung sowie für den Transport der Fernwärme genutzt. Im gesamten Berliner Fernwärmenetz zirkuliert dabei kontinuierlich eine Wassermenge von rund 326 000 Kubikmetern.


Michael Uhde / Ud
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