1200 Sportler und Joachim Gauck: Bundespräsident eröffnet Sportabzeichen-Tour

Joachim Gauck zusammen mit Rollstuhlbasketballern. (Foto: Thomas Frey)
 
Der Präsident beobachtet eine Vorführung im Kistenklettern. (Foto: Thomas Frey)
Berlin: Sport-Centrum-Siemensstadt |

Siemensstadt. Seit 103 Jahren kann das Deutsche Sportabzeichen abgelegt werden. Der Leistungsnachweise für Menschen aller Generationen hat sich inzwischen zu einer Massenveranstaltung entwickelt.

Und sie bekommt allerhöchste Würdigung, wie beim diesjährigen Saisonstart zu sehen war. Er fand im Sport Centrum Siemensstadt an der Boulstraße statt und wurde von Bundespräsident Joachim Gauck und seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt vorgenommen.

Klar, dass das Staatsoberhaupt dann auch zum Star der rund 1200 Schüler wurde, die zum Auftakt nach Siemensstadt gekommen waren. Zumal Joachim Gauck zunächst einen Rundgang zu den verschiedenen Sportangeboten machte. Dabei ging es nicht nur um die klassischen Sportabzeichen-Disziplinen wie Laufen, Springen oder Werfen, auch beim Bockspringen, Kistenklettern und sogar im Golf konnten sich die Kinder und Jugendlichen ausprobieren.

Joachim Gauck testete sein sportliches Leistungsvermögen beim Medizinball-Wurf. Dabei schaffte der 76-Jährige die für seine Altersgruppe vorgeschriebene Norm. Mehr interessierte ihn aber, was er an den einzelnen Stationen zu sehen bekam. Zum Beispiel bei einem Fußballspiel nach Inklusions-gerechten Regeln. Den Spielern mit Behinderungen, die hier als Team des FC Integrale auf dem Feld standen, war es zum Beispiel erlaubt, den Ball auch mit der Hand ins Tor zu bugsieren. Einige von ihnen kamen aus den Spandauer Mosaik-Werkstätten.

Das Thema Inklusion, also die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Handicap, spielt auch in diesem Jahr eine besondere Rolle beim Sportabzeichen. Eine größere Aufmerksamkeit, ausgedrückt auch durch den Besuch des Bundespräsidenten, helfe dabei natürlich, meinte Fabian Rohde-Awayes, Projektkoordinator Inklusion des Berliner Fußball Verbandes. „Es ist in dieser Richtung zwar schon einiges passiert, aber andere Länder, zum Beispiel Italien, sind uns da noch voraus.“

Joachim Gauck war in Sachen Inklusion schon deshalb ziemlich gut informiert, weil seine Lebensgefährtin Schirmherrin von Special Olympics Deutschland ist. Allerdings erfuhr er auch das eine oder andere Neue, etwa beim Rollstuhlbasketball. „Mir war bis gerade nicht bekannt, wie teuer so ein spezieller Rollstuhl ist.“ Umso wichtiger sei es, dass sich für den Kauf immer wieder Sponsoren finden.

Insgesamt habe der Sport eine wichtige gesellschaftliche Funktion, nicht zuletzt weil er für vieles stehe, was auch für das allgemeine Zusammenleben wichtig sei, fand der Bundespräsident und nannte dabei Attribute wie Verlässlichkeit, Anstrengung oder Teamgeist. Nicht zu vergessen seien außerdem die vielen Ehrenamtlichen, die das alles erst möglich machten.

Hohe Teilnehmerquote beim Sportabzeichen in Schulen

Für viele Schüler war es vor allem spannend, den Präsidenten einmal aus der Nähe zu sehen. Immer wieder musste Joachim Gauck seinen Rundgang für Autogrammwünsche und Selfies unterbrechen. Und Vertreter einiger Schulen wurden sogar vom Staatsoberhaupt wegen ihres besonderen Engagements in Sachen Sportabzeichen ausgezeichnet. Dazu gehörten auch die Grundschule am Ritterfeld und die Mary-Poppins-Grundschule aus Spandau. Dort haben rund 83, beziehungsweise 78 Prozent aller Schüler das Sportabzeichen abgelegt, was Berliner Spitzenwerte sind. „Bei uns ist das Teil des Sportunterrichts“, bekräftigten die beiden verantwortlichen Lehrer Franziska Martin von der Ritterfeldschule und ihr Mary-Poppins-Kollege Karsten Wenzel.

Nach dem Auftakt mit Joachim Gauck gab es am 4. Juni in Siemensstadt einen Sportabzeichentag für Alle. Danach begann eine Tour durch neun Bundesländer, die am 9. September in Weißwasser in Sachsen ihre Finale findet. tf
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