Brache bleibt Platzhalter: Keine Einigung über Grundstück am Klinkeplatz

Das Objekt der Begierde: Die Brache am Klinkeplatz bleibt zunächst Platzhalter. (Foto: Ulrike Kiefert)
 
Blick aus der Ferne auf einen Teil des umzäunten Grundstücks. (Foto: Ulrike Kiefert)

Spandau. Die Gespräche über das Grundstück am Klinkeplatz sind festgefahren. Der Bezirk will das Areal zurück, die Laukat-Gruppe würde dort gern bauen.

Die Brache bleibt erst mal Platzhalter am Klinkeplatz. Denn das Bezirksamt und die Laukat Gruppe GmbH können sich nicht einigen. Dabei sind die neuerlichen Pläne beider Seiten nicht so verschieden.

Das Bezirksamt will das landeseigene Grundstück zwischen Fehrbelliner Tor, Hohenzollernring und Askanierring auch künftig als Sportfläche ausgewiesen wissen und den Mietvertrag mit Laukat rückabwickeln. Eine Sporthalle könnte dort entstehen. „Oder wir nutzen das Grundstück als temporäre Ausweichfläche für Schulen, die saniert werden müssen“, informierte Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) zuletzt die Bezirksverordneten. Konkrete Pläne existierten aber noch nicht. Im März hatte es dazu ein Gespräch mit der Laukat-Gruppe gegeben, in dem auch die vom Bezirksamt angestrebte Auflösung des Mietvertrages Thema war. Einigen konnte man sich jedoch nicht, so Kleebank. Torsten und Frederic Laukat, geschäftsführende Gesellschafter, wollen aus dem Mietvertrag freiwillig nicht aussteigen, sind aber an einer einvernehmlichen Lösung mit dem Bezirk interessiert. Und die sieht für die Spandauer Unternehmer so aus: Das knapp 11.500 Quadratmeter große Grundstück wird geteilt. „Wir behalten 7000 Quadratmeter für Einzelhandel und Wohnbebauung. Auf seiner Fläche baut der Bezirk eine Sporthalle und eine Kita“, so Torsten Laukat. Damit würden beide Seiten in den Standort investieren.

Der Bedarf für einen Lebensmittelmarkt ist da

Die Idee eines Verbrauchermarktes an der Ecke Hohenzollernring und Fehrbelliner Tor haben die Laukats schon über ein Einzelhandelsgutachten prüfen lassen. „Wenn wir eine Verkaufsfläche von maximal 2500 Quadratmetern einhalten, wäre das Vorhaben auch mit dem ‚Stadtentwicklungsplan Zentren 3‘ des Senats kompatibel“, fasst Torsten Laukat das Ergebnis zusammen. Über dem Lebensmarkt könnte man Wohnungen bauen. Den Bedarf gebe es, seit Kaisers seine Filiale Am Forstacker geschlossen habe. Und für neue Wohnungen sowieso. Voraussetzung für die Pläne sind eine Baugenehmigung vom Bezirksamt und der Ankauf des Areals.

„Aufgeben wollen wir das Grundstück jedenfalls nicht“, betont Torsten Laukat. Dafür habe man bereits zu viel Geld in Planungen und Gutachten investiert. Der Mietvertrag mit Verlängerungsoption läuft noch bis Ende Juli 2035.

Am Ende kam doch keine Flüchtlingsunterkunft

Pläne gab es für das Grundstück schon viele. Ursprünglich wollte das Bezirksamt dort eine Sporthalle bauen, aber es fehlte das Geld. Für eine neue Eisbahn wiederum fand sich kein Interessent. Dann gab der Bezirk die Fläche 2014 an die Laukat-Gruppe ab, die unter anderem Supermärkte, Fachmarktzentren und Möbelhäuser errichtet, und auf dem Grundstück eine Kombination aus Sportnutzung und Einzelhandel plante. „Hätten wir das gleich gemacht, wären wir jetzt damit fertig“, so die Laukats. Doch 2015 habe das Land erwägt, am Standort eine Flüchtlingsunterkunft zu bauen. Die Unternehmer willigten ein, am Ende wurde aber nichts daraus. uk
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2 Kommentare
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Erek Hilgendorf aus Kladow | 20.04.2017 | 14:50  
Alexander Schultze aus Spandau | 21.04.2017 | 09:32  
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