Eine Vision bekommt Raum: Siegerentwurf für Postgelände plant kompakt und in die Höhe

Blick von der Havel auf das neue Stadtquartier. (Foto: Ulrike Kiefert)
 
Peter Berner (links) und Andreas Kühn von ASTOC erläutern ihr Siegermodell. (Foto: Ulrike Kiefert)

Spandau. Vier markante Häuserblöcke, Wohnungen, Geschäfte, Hotels und ein begrünter Uferplatz: So sieht der Siegerentwurf für das Spandauer Postgelände aus. Vorgestellt wurde er jetzt im Rathaus.

Ein neues Stück Stadt soll in Spandau entstehen. Nicht so groß wie die Wasserstadt, dafür ambitioniert in der Höhe. Gleich vier Hochhäuser sieht der Siegerentwurf der Stadtplaner ASTOC „Architects and Planners“ aus Köln für die Postruinenbrache an der Klosterstraße 38 vor. Baustadtrat Carsten-Michael Röding (CDU) mochte bei der Präsentation des Entwurfes am 16. November im vollen Bürgersaal des Rathauses zwar lieber von „zwei Türmen und zwei Türmchen“ sprechen. Mit Fallhöhen von 40 bis 80 Metern und einer Bruttogeschossfläche von 65.000 Quadratmetern sind die Häuserblöcke aber durchaus mächtig.

Die Vision der Kölner hat die zehnköpfige Jury aber nicht nur wegen der imposanten Außenansicht überzeugt. „Mit seinem attraktiven Nutzungsmix wird es ein lebendiges Stadtquartier, das Spandaus Zentrum mit der Altstadt und den Spandau Arcaden ergänzt“, betonte Röding. Und auch Spandaus Chefplaner Markus Schulte „ging das Herz auf bei diesem Projekt.“ Einen Namen hat das neue Quartier auch schon. „Spandauer-Ufer“ soll es heißen.

Was im Detail auf dem Areal zwischen der hoch belasteten Ruhlebener und Klosterstraße, der Bahntrasse und dem Havelufer geplant ist, stellte Peter Berner vor, Geschäftsführender Gesellschafter von ASTOC. Höchstes Gebäude ist ein 80 Meter hoher Wohnturm, der locker an das Rathaus heranreicht und nördlich in Blickrichtung Zitadelle entstehen soll. Verbunden werden soll er mit einem rund 40 Meter hohen Ärzte- oder Bürohaus an der Ecke Klosterstraße und Ruhlebener Straße. Ein 60 Meter hohes Gebäude ist an der Ruhlebener Straße geplant. Neben Wohnungen soll es dort auch zwei Hotels mit rund 400 Zimmern geben. Im Südosten wollen die Architekten ein 40 Meter hohes Wohnhaus hinstellen. „Auch ein Boardinghaus (Apartments mit hotelähnlichen Leistungen, Anm. d. Red.) wäre dort vorstellbar“, so Peter Berner. In der Summe sind 30.000 Quadratmeter dem Wohnen vorbehalten und 10.000 Quadratmeter als reine Verkaufsfläche (Läden) angedacht. Zusammen mit Gastronomie und einem Fitnessstudio, über das noch nachgedacht wird, soll der Mix das Quartier auch zu spätabendlicher Stunde beleben. Unten an der Havel ist ein grüner Uferplatz geplant. Eine Promenade mit Treppenkaskaden führt den Fußgänger dorthin.

Wie in dem neuen Stadtviertel künftig gewohnt werden soll, steht für die Eigentümer noch nicht fest. Der Bau von Mietwohnen sei durchaus ein Thema, sagte Agiloff Bachner von Merz Objektbau. Konkreter werden wollte er bei dieser Publikumsfrage nicht. Die Aalener Merz Objektbau GmbH & Co KG und die Mannheimer Fay Projects GmbH hatten das alte Postgelände im März gekauft. Auch andere Details wie die Fassadenoptik, altersgerechtes und barrierefreies Wohnen müssen noch diskutiert werden. Auch eine sozialpädagogische oder technische Hochschule für maximal 400 Studenten können sich die Eigentümer im Quartier vorstellen.

Ganz sicher aber ist: Die Spandauer können sich mit Ideen und Anmerkungen beteiligen. Denn die Kür des Siegerentwurfs beendete nicht nur das im August begonnene städtebauliche Werkstattverfahren, an dem sich sechs Architekturbüros beteiligt hatten. Die Vorstellung des Siegerentwurfs war auch der Auftakt zur frühzeitigen Bürgerbeteiligung. Die Pläne liegen bis zum 16. Dezember öffentlich im Stadtplanungsamt des Rathauses aus. uk
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