Entwurf zum Bebauungsplan der Postruine liegt vor: Neubau wird vorangetrieben

Die Ruine war mal eine Post. Vor 20 Jahren wurde sie geschlossen. (Foto: Ulrike Kiefert)
 
Der Schandfleck soll zügig abgerissen werden. (Foto: Ulrike Kiefert)

Spandau. Nach dem Verkauf der alten Post treiben der neue Eigentümer und das Bezirksamt das Neubauprojekt zügig voran. Der Entwurf zum Bebauungsplan liegt jetzt vor. Im November sollen die Spandauer über Details informiert werden.

Leerstand und Verfall an der Klosterstraße 38: Die Postruine ist vielen Spandauern schon lange ein Dorn im Auge. Auch der neue Eigentümer und das Bezirksamt würden die Ruine lieber heute als morgen abreißen. Allerdings kann mit dem Neubau nicht sofort begonnen werden. Frühestens 2019 soll es dort richtig losgehen. Ein erster Teilabbruch ist aber schon für Ende dieses Jahres geplant. Denn hinter den Kulissen treiben Bezirksamt und der neue Eigentümer aus Süddeutschland das ehrgeizige Projekt zügig voran. Der Entwurf zum Bebauungsplan ist durchdekliniert. Baustadtrat Carsten-Michael Röding (CDU) hat ihn jetzt im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt. Zudem sollen parallele Verfahren die Planungen beschleunigen. Wie schnell die Bagger dann tatsächlich für den Teilabbruch anrücken können, hängt von verschiedenen Umständen ab.

Die Ergebnisse diverser Gutachten, etwa zu einer möglichen Schadstoffbelastung, Verkehrsanbindung, zum Schallschutz oder zum Biotop müssen abgewartet werden. Geschützte Vogelarten sollen in der Ruine nisten. Auch Fledermäuse beziehen dort wohl im Winter ihr Quartier. Parallel zu den Gutachten soll Mitte August das sogenannte Werkstattverfahren mit Architekturbüros starten. „Erste Ergebnisse sind hier im Oktober erwartbar“, informiert Stadtrat Röding. Im November sollen die Spandauer dann öffentlich über Details informiert und beteiligt werden. Weiter geht es im Zeitplan dann mit der Trägerbeteiligung ab Februar 2017. Denn aufgrund der Insel-Lage müssen die Verkehrslenkung Berlin, Wasserbetriebe, Bahn und Tiefbauamt gehört werden. Mitte nächsten Jahres soll dann der Bebauungsplan öffentlich ausliegen. Die Bezirksverordneten sollen das Vorhaben dann spätestens Anfang 2018 beschließen können.

Das alte Telekomgebäude bleibt

Wie berichtet gehört das alte Postgelände seit März der Mannheimer FAY Projects GmbH und der Aalener Merz Objektbau GmbH & Co KG. Das Areal war zuvor im Besitz eines niederländischen Eigentümers, der selbst aber nicht bauen wollte. Der neue Investor plant dort eine Mischung aus Hotel, Wohnen, Dienstleistung, Gastronomie und Gewerbe. Kosten: Mehr als 100 Millionen Euro. Auch einen öffentlichen Platz, einen Ufergrünzug, eine Kita und einen Sportbootanleger soll es dort geben. Wegen der Eigentumsverhältnisse ist das alte Telekomgebäude auf dem Gelände nicht Bestandteil des Bebauungsplans, es bleibt also stehen. Insgesamt umfasst das alte Postgelände mehr als 60.000 Quadratmeter. Die Höhe der Neubauten liegt bei maximal sieben bis acht Geschossen. Das Bezirksamt könne sich dort aber auch einige „Hochpunkte“, vorstellen, ähnlich den Spandau-Arcaden, so Stadtrat Röding. Mit 70 Metern läge so eine Gebäudespitze immer noch unter der Rathauskrone. Der Bebauungsplan-Entwurf schlägt drei solcher Hochpunkte vor. uk
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