Schrottplatz oder Rathausvorplatz? Erste Ideen für den Post-Brunnen in Spandau

Auch vor dem Rathaus macht der Brunnen eine gute Figur. (Foto: Emilio Paolini)
 
Der Heerstraße Ecke Pichelsdorfer Straße würde die Skulptur gut stehen. (Foto: Emilio Paolini)

Spandau. Auf den Schrott oder vor’s Rathaus? Viele Spandauer fragen sich, was aus dem Brunnen vor der alten Post wird. Erste Ideen gibt es schon.

Die meisten Spandauer kennen ihn: den Brunnen der Bildhauerin Ursula Sax. Seit 1980 schmückt er den Vorplatz der alten Spandauer „Hauptpost“ an der Klosterstraße 38. In Betrieb ist das Wasserspiel allerdings schon seit 22 Jahren nicht mehr. Die Post hatte ihr Gebäude damals aufgegeben und mit ihm den Brunnen. Die neuen Investoren wollen das ehemalige Postgelände nun zu einem Stadtquartier entwickeln. Das Entkernen der Gebäude hat bereits begonnen. Bis Mai oder Juni soll das Post-Hauptgebäude abgerissen sein.

Der Brunnen wird derweil abgebaut und zwischengelagert, bestätigt die Mannheimer FAY Projects GmbH, die das ehemalige Postgelände mit der Aalener Merz Objektbau GmbH & Co KG im März 2016 gekauft hatte. Die Zukunft des Brunnens aber ist weiter ungewiss. Man habe für ihn noch nichts Konkretes geplant, sagt eine Sprecherin. Ob er in vier Jahren im neuen Stadtquartier „Spandauer Ufer“ einen Platz finden wird, ist also unklar.

Derweil sorgen sich andere schon jetzt um den Brunnen. „Er mag vielleicht nicht jedermanns Geschmack treffen. Aber er stellt ein Stück Spandauer Zeitgeschichte dar und viele Spandauer verbinden mit ihm zum Teil ganz persönliche Erinnerungen“, sagen Jürgen Kessling und Emilio Paolini von der Wählerinitiative soziales Spandau WisS. Zumal auch die Künstlerin, die für ihre Skulptur aus Edelstahl das Urheberrecht besitzt, sehr daran interessiert sei, dass der Brunnen „einen angemessen Platz“ in Spandau bekommt. „Das wissen wir von Gesprächen, die zwischen Ursula Sax und den Investoren stattgefunden haben“, so Emilio Paolini.

Völlig inakzeptabel findet die WisS den Vorschlag des SPD-Fraktionschefs, den Brunnen „ins Recycling“ zu geben, ihn ergo zu verschrotten. „Wir sind fassungslos über eine solche Äußerung“, sagt Jürgen Kessling. Sollte der Investor den Brunnen nicht wieder auf dem Areal aufstellen wollen, will sich die WisS für andere Standorte stark machen. „Es könnte eine Bürgerbefragung geben. Hier stehen wir Schulter an Schulter mit der Stadtteilvertretung Wilhelmstadt“, informiert Paolini, der dort selbst Mitglied ist. Diese habe das Bezirksamt bereits aufgefordert, das Mitbestimmungsrecht der Stadteilvertreter zu beachten. Die Vertretung ist deshalb involviert, weil das ehemalige Postgelände zum Sanierungsgebiet Wilhelmstadt gehört.

Für Stadtentwicklungsstadtrat Frank Bewig (CDU) steht einer Beteiligung der Stadtteilvertretung nichts im Weg. „Auch wir wollen nicht, dass der Brunnen verschrottet wird. Über einen neuen Standort müssen aber zunächst die Investoren entscheiden.“

Erste Ideen für den Brunnen kursieren in der Wilhelmstadt trotzdem schon. So könnte er an der Ecke Heerstraße und Pichelsdorfer Straße und damit am Tor zur Wilhelmstadt platziert werden. Oder vor „Thoben“ an der Klosterstraße oder besser noch auf dem Rathausvorplatz. Auf den Fotomontagen der WisS jedenfalls macht die Skulptur überall eine gute Figur. uk
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