Kant-Mensa jetzt am Netz: Trinkwasser wird aber weiter beprobt

Berlin: Kant-Gymnasium |

Spandau. Fast drei Jahre hat es gedauert: Jetzt ist die Mensa am Kant-Gymnasium am Netz. Probleme mit dem Trinkwasser gibt es aber immer noch.

Seit Montag wird in der neuen Mensa gekocht. Drei Tage zuvor hatten Schule und Caterer die 140 Schüler zum Probelauf geladen. Die große Eröffnungsfeier allerdings, die sonst bei neuen Schulmensen im Bezirk üblich ist, fiel diesmal aber aus. Nicht ohne Grund. Zum einen gibt es am Kant-Gymnasium immer noch Probleme mit dem Trinkwasser. Zum anderen hat es fast drei Jahre gedauert, bis die Mensa an der Bismarckstraße 54 endlich ans Netz gehen konnte.

2013 war sie angekündigt, wurde aus der Investitionsplanung des Bezirks jedoch wieder gestrichen und die Rate in den Schuldenabbau gesteckt. Dann verzögerte ein vermeintlicher Munitionsfund im Frühjahr 2014 die Bauarbeiten. 2015 folgte der nächste Schreck. Das Trinkwasser war verunreinigt und musste über mehrere Monate gechlort, gespült und beprobt werden. Weil die Bakterien nicht verschwanden, wurde im Eiltempo die Frischwasserleitung für die Mensa vom unsanierten Leitungsnetz im Schulaltbau getrennt. Erhöhte Bleiwerte im Wasser sorgten für zusätzliche Verzögerung. Ende März dieses Jahres gab das Gesundheitsamt die Mensa dann unter Auflagen frei. Und Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) kündigte die Eröffnung nach den Osterferien an. Doch der Caterer war mit seiner Geduld am Ende und hatte sein Küchenmobiliar wieder ausgeräumt.

Nun aber Ende gut, alles gut? „Noch lange nicht“, sagt Jürgen Hilpisch, Vorsitzender der Gesamtelternvertretung am Kant-Gymnasium. „Im Altbau ist das Trinkwasser nach wie vor mit Blei belastet, weshalb Wasserspender für die Schüler aufgestellt wurden.“ Für den Elternvertreter kann das nur eine provisorische Lösung sein. „Wir fordern darum jetzt eine zügige Sanierung des Leitungsnetzes“, so Hilpisch. Für die Mensa habe das Gesundheitsamt zudem nur eine Sondergenehmigung erteilt. Das Wasser wird also auch dort weiter beprobt.

Eröffnungstermine immer wieder verschoben

Der Bezirksverordnete Thorsten Schatz (CDU) begrüßt die Inbetriebnahme der Mensa, kritisiert aber die Informationspolitik aus dem Rathaus. So habe Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) wiederholt Eröffnungstermine genannt, die allesamt nicht gehalten werden konnten – zuletzt in einer Pressemitteilung vom 1. April. „Wenn der Bürgermeister einen Termin ankündigt, muss der auch verlässlich sein.“

Thorsten Schatz hatte das Mensa-Thema wiederholt in der Bezirksverordnetenversammlung auf die Tagesordnung gesetzt und zuletzt auf der März-Sitzung 49 Nachfragen gestellt. Aus den Antworten geht auch hervor, dass sich die Gesamtkosten für den Mensa-Bau von ursprünglich einer Million Euro prognostisch auf knapp 1,6 Millionen Euro erhöhen werden. uk
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