Wer ist der beste Vorleser? Spandau schickt Dennis Holznagel zum Berlinfinale

Von 13 ausgewählten und elf angetretenen Vorlesern schafften es fünf in die Spandauer Endrunde (von links): Kea Sophie Stalle, Emilia Triwanto, Domenik Meden, Dennis Holznagel und Luis Pohl. (Foto: Berit Müller)
 
Hatte am Ende die Nase vorn: Dennis Holznagel ist Sieger im Bezirksentscheid und darf zum Berlinfinale. (Foto: Berit Müller)
Berlin: Jugendbibliothek Spandau |

Spandau. Mehr als 600.000 Kinder, 7000 Schulen sowie 650 Buchläden, Bibliotheken und Kultureinrichtungen machen jeweils mit: Seit 1959 gibt es den bundesweiten Vorlesewettbewerb, organisiert vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Der Spandauer Sieger steht für dieses Jahr fest. Er heißt Dennis Holznagel.

Ein Harry-Potter-Band durfte nicht fehlen. Vampir- und Tiergeschichten, realistische Jugendliteratur, eine Detektivstory mit Nachwuchs-Sherlock: Das Spektrum der Lieblingsbücher war groß. Sogar eines mit dem schwierigen Thema Krankheit und Sterben war darunter. Doch so unterschiedlich die Lektüre – eine Gemeinsamkeit gab es. Alle Sechstklässler hatten ihre Textpassagen fleißig geübt, und so ernteten sie am Ende ein dickes Lob von Jugendbibliotheksleiterin Gisela Rhein. „Ihr habt mir eine große Freude bereitet, ich fühlte mich richtig gut unterhalten.“

Elf Mädchen und Jungen kamen am 20. März mit Eltern und Freunden in die Spandauer Jugendbibliothek – zur Bezirksendrunde im bundesweiten Vorlesewettbewerb für Schüler der sechsten Klassen. Den Wettstreit stellen Buchhandel und Bibliotheken alljährlich auf die Beine, um junge Leseratten zu ermuntern, nicht nur im stillen Kämmerlein zu schmökern. Jede Schule kann ein Kind zum Regionalentscheid anmelden, über mehrere Etappen führt der Weg bis zum Finale der Landessieger ins Studio des Senders rbb.

Jeweils drei Minuten lang darf der Ausschnitt sein, den die Sechstklässler aus einem selbst gewählten Jugendbuch vorlesen. Wer’s pro Runde in die engere Auswahl schafft, muss sich noch einmal bewähren und einen bis dahin unbekannten Text zum Besten geben, ausgewählt von den Organisatoren. Eine fünf- bis siebenköpfige Jury – mit Buchhändlern, Lehrern, Autoren, Journalisten und dem Vorjahressieger – einigt sich dann auf den Gewinner. Ihm oder ihr winken je nach Wettbewerbsstufe Urkunde, Bücherscheck, Buchpreise.

Auch wenn’s in erster Linie um den Spaß geht: Die Kriterien beim Wettstreit sind nicht ohne. Punkte gibt es schon für die Textauswahl. „Wichtig ist dann, dass die Kinder sicher und flüssig lesen“, erklärt Gisela Rhein. „Wir wünschen uns eine deutliche Aussprache, ein gutes Tempo und lebendige Betonung. Besonders gefällt es uns, wenn sich beim Lesen Atmosphäre und Spannung aufbauen.“ Von den elf Spandauer Finalisten schafften das fast alle – die Jury tat sich bei der Wahl ihrer fünf Favoriten entsprechend schwer. Noch einmal antreten durften schließlich: Luis Pohl von der Siegerland Grundschule, Emilia Triwanto von der katholischen Bernhard Lichtenberg Schule, Dennis Holznagel aus der Linden Grundschule, Kea Sophie Stalla vom Inklusiven Campus Schule am Grüngürtel und Domenik Meden aus der Grundschule am Eichenwald.

Schon in der Vorauswahl hatte Dennis Holznagel die Nase ein wenig vorn – und auch den Fremdtext las er laut Juryurteil am besten. „Aber alle, die hier waren, sind Gewinner“, sagte Bildungsstadtrat Gerhard Hanke (CDU), der die Preisverleihung übernahm. So durften sich elf Kinder jeweils über ein Buch und eine Urkunde freuen. Aber nur Dennis kämpft beim Berlinentscheid um den Landestitel und die Teilnahme am großen Finale. bm

Weitere Infos per E-Mail unter info@vorlesewettbewerb.de.
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