Meister der Selbstorganisation: Was sich für Schulabgänger an der Uni ändert

Einer von vielen: In manchen Vorlesungen sitzen Hunderte von Studenten. Nach dem Unterricht im Klassenzimmer eine ziemliche Umstellung. Ab nun müssen Abiturienten sich selbst erarbeiten, welcher Lernstoff wichtig ist. (Foto: Bernd Wüstneck)

Endlich an der Uni! Viele haben den ersten Tag an der Hochschule lange herbeigesehnt. Und dann fühlt sich vieles merkwürdig an. Vom Abiturient zum Student, das ist schließlich ein großer Schritt. Damit der Start stolperfrei gelingt, sollten Schulabgänger auf ein paar Punkte vorbereitet sein.

• Finanzen: Einnahmen und Ausgaben, Studium und Job oder Bafög – das alles muss ein Ersti selbst koordinieren. "Oft müssen Studienanfänger noch herausfinden, wie viel Geld man zum Leben braucht", erklärt Cornelia Gerecke vom Kölner Studierendenwerk. Auch Stefan Grob vom Studierendenwerk Deutschland sieht hier einen besonders großen Unterschied zur Schulzeit: "Ganz plötzlich wird man vom Taschengeldempfänger zum Manager." Er empfiehlt einen "Cash-Alarm": Sobald der Kontostand einen bestimmten Betrag – zum Beispiel 100 Euro – unterschreitet, ist strenges Sparen angesagt. So hat man auch am Monatsende noch einen Notgroschen. Weitere Planungshilfen wie den Budgetkompass oder das Haushaltsbuch hält die Sparkasse als Broschüre und Download bereit unter http://asurl.de/12qj.

• Lernen: Wer das Abitur bewältigt hat, ist Meister im Pauken. Doch das Lernen an der Uni ist anders. In der Schule gibt es das Wissen in Häppchen serviert – im Studium nicht. Was ein Student bis zu einem bestimmten Zeitpunkt lernen muss, wird nicht so stark eingegrenzt. Studenten müssen sich in ihrem Fach selbst zurechtfinden. Dazu gehört, herauszufinden, was man selbst besonders interessant findet. Entspannter wird das Lernen dadurch nicht, wendet Philipp Bahrt vom Allgemeinen Studierendenausschuss der Freien Universität Berlin ein. "Im Bachelor zählen alle Noten von Anfang an – da kommt man schnell unter Druck." Was im ersten Semester erwartet wird, findet man bei den Einführungsveranstaltungen des eigenen Fachs heraus.

• Organisation: Das Studium selbst, neue und alte Freunde, das Hobby von früher und der Job – Zeitmanagement ist im Studium besonders wichtig, erklärt Grob. Ein Student hat mehr Freiheiten, sich die eigene Zeit einzuteilen. Deshalb sind Prioritäten wichtig. Erstis sollten sich rechtzeitig fragen: Was ist mir besonders wichtig? Habe ich noch genug Zeit für mein Instrument oder meinen Sport? Oder brauche ich die Zeit neben dem Studium für meinen Job?

• Weitsicht: An der Uni muss man selbst im Blick behalten, was von einem erwartet wird. Welche Leistungspunkte man sich anrechnen lassen kann und welches Praktikum anerkannt wird, kann über die Studiendauer bestimmen, erklärt Bahrt. Deshalb gilt: Informationen immer so früh wie möglich sammeln. Bei wichtigen Fragen am besten schriftlich. "Auch offizielle Stellen können Fehler machen", warnt er. Wer sich eine Auskunft schriftlich bestätigen lässt, ist auf der sicheren Seite.dpa-Magazin / mag

Tipps zum Lernen und Organisieren im Internet auf www.studienstrategie.de, www.studierendenwerk-koeln.de und www.studentenwerk-berlin.de.
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