Hausmeister Pasows erster Fall: Die Spandau Krimi Connection bleibt aktiv

Claudia Johanna Bauer (2.v.r.) mit einem Teil der Spandau Krimi Connection. (Foto: Christian Schindler)

Spandau. Jede große Stadt hat ihre eigene Krimi-Geschichte. Die Spandau Krimi Connection hat gerade ihren ersten Berlin-Krimi vorgelegt.



„Hundsgemein!“ heißt Hausmeister Pasows erster Fall, und der Titel trifft in jedem Fall zu. Da stürzt eine alte Dame die Treppe eines Mehrfamilienhauses hinunter, was sofort zu den wildesten Spekulationen führt. Die alte Kerner las nämlich gerne aus den Karten. Diesen Blick in die Zukunft wollten viele aus dem Haus riskieren, aber verrieten bei diesen Sitzungen vielleicht auch delikate Familiengeheimnisse.

Dann ist es zwar nicht der Hausmeister, der die Ursache des tödlichen Treppensturzes aufklärt. Und doch bleibt er Mittelpunkt der Geschichte, deren Totenzahl zum Schluss noch mal zunimmt. Genau genommen kommt es zu einem feurigen Showdown in der fiktiven Kladowstraße.

Spandauer Lokalkolorit

Dieser Krimi mit viel Spandauer Lokalkolorit und Berliner Schnauze gibt selbst ein Geheimnis auf, denn ein Autor ist nicht so einfach auszumachen. Vermutlich hatten mehr als 20 kreative Menschen ihren Anteil an dem Werk, das Claudia Johanna Bauer herausgegeben hat. Sie hat die Spandau Krimi Connection als Workshop der Volkshochschule 2003 in Leben gerufen. Seitdem sind viele Szenen entstanden, die wieder verworfen und umgeschrieben und schließlich so poliert wurden, dass sie einen bodenständigen Berliner Thriller ergeben mit allem, was auch in Spandauer Häusern zu finden ist.

14 Jahre Polieren

Da gibt es biedere Ehepaare mit nicht immer korrektem Finanzgebaren, den kiffenden Studenten ebenso wie die bigotte Lehrerin. Die von der Spandau Krimi Connection entwickelten Figuren sind laut Eigenbekundung nicht für die Ewigkeit geschrieben, sondern zum Üben. Doch so übertrieben und skurril sie einmal gewesen sein mögen – nach 14 Jahren Polieren in der „Schreibwerkstatt“ haben sie richtigen Krimiglanz bekommen. Und so steht auch schon fest, dass Hausmeister Pasow zumindest noch zwei weitere Fälle an den Hals, oder besser an seinen Bierbauch, bekommt. CS

„Hundsgemein! Hausmeister Pasows erster Fall“ ist im Verlag Karim Pieritz, Berlin, erschienen, hat 221 Seiten und kostet 9,95 Euro (ISBN 978-3-944626-93-2).
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