Annuka Ahonen spricht darüber, was sie in Spandau erreichen will

Annuka Ahonen (Foto: Christian Schindler)

Spandau. Seit dem 1. März ist

Annuka Ahonen

die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte des Bezirks. Über ihre neue Aufgabe sprach die 39-Jährige mit Spandauer-Volksblatt-Reporter Christian Schindler.Frau Ahonen, Sie haben bis zu Ihrem Wechsel ins Rathaus die Jobassistenz Spandau geleitet. Gibt es Parallelen zwischen Ihrer alten und Ihrer neuen Aufgabe?

Annuka Ahonen: Ja, ich kann meine Expertise in der Arbeitsmarktpolitik für Frauen nutzen und auch meine Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit. Über die Gremienarbeit bleibt auch der Kontakt zum Jobcenter erhalten.

Haben Spandauerinnen schon bei Ihnen Rat gesucht?

Annuka Ahonen: Noch nicht. Ich will aber die Spandauerinnen ermutigen, zu mir zu kommen. Manche Probleme lassen sich schon am Schreibtisch erledigen. Termine können unter 902 79 35 01 vereinbart werden.

Welche konkreten Ziele streben Sie in Spandau an?

Annuka Ahonen:Frauen sollen sichtbarer werden, im Arbeitsleben wie auch im sonstigen Alltag. Ich möchte, dass Frauen stark und selbstbewusst auftreten und nicht verängstigt. Unternehmen werde ich auf den Zahn fühlen, wie sie es mit Stellen für Frauen und mit deren Bezahlung halten. Mit dem Deutsch-Leistungskurs einer Schule könnte man geschlechtergerechte Sprache untersuchen.

Welche Möglichkeiten sehen Sie bei den einzelnen Abteilungen des Bezirksamtes, die Gleichstellung von Frauen zu befördern?

Annuka Ahonen: Im Rahmen des Girls’ Day kann man Mädchen an technische Bereiche heranführen. Im Sportamt kann man den Bedarf an Sporthallen speziell für Mädchen prüfen. Große Unterstützung habe ich von Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) bei der Förderung von Frauen im Rahmen des Jobcenters, zum Beispiel bei den Minijobberinnen.

Wie bewerten Sie die Tatsache, dass in Spandau das gesamte Bezirksamt aus Männern besteht?

Annuka Ahonen: Das finde ich nicht gut, und das habe ich auch im Bewerbungsgespräch gesagt. Es ist ja die Frage, welches Zeichen man damit aussendet. Allerdings steht Spandau schon gut da bei der Besetzung von Führungspositionen der Verwaltung mit Frauen.

Seit Jahren gibt es bundesweite Veranstaltungen wie den Girls’ Day, der Mädchen für "Jungenberufe" interessieren soll oder den Equal Pay Day, der für gleiche Bezahlung von Männern und Frauen wirbt. Haben Sie Erfahrungen mit solchen Veranstaltungen, und wie bewerten Sie diese?

Annuka Ahonen: Ja, diese Öffentlichkeitsarbeit ist sehr wichtig. Mit dem Equal Pay Day, der auf die immer noch schlechtere Bezahlung von Frauen aufmerksam macht, fordern wir auch Frauen auf, sich nicht unter Wert zu verkaufen.

Haben Sie selbst einmal mit dem Gedanken gespielt, einen eher typischen "Männerberuf" zu ergreifen?

Annuka Ahonen: Ich habe großes Interesse, an meinem Auto herumzubasteln. Ich habe auch schon mal einen Kühler gewechselt.

Wie entspannen Sie sich von der Arbeit im Rathaus?

Annuka Ahonen: Ich treffe mich oft mit Freunden, und ich reise gern.

Annuka Ahonen (39) wuchs in Bad Soden am Taunus auf. Die Tochter eines Finnen und einer Dresdnerin studierte in Köln Germanistik, unter anderem mit dem Schwerpunkt "geschlechtergerechte Sprache". Nach einer Tätigkeit als Deutschlehrerin in Finnland ging sie zur Agentur für Arbeit und leitete zuletzt die Spandauer Jobassistenz am Brunsbütteler Damm 75. Die ledige, "aber vergebene" neue Bezirksamtsmitarbeiterin wohnt in Friedrichshain.

Christian Schindler / CS
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