Damit die Bienen bleiben: Imkerverein mahnt zu bedachtem Vorgehen

Honigbienen gibt es nach Angaben des Imkervereins Spandau genügend im Havelbezirk. Behütet werden sie von 140 Hobbyimkern. Der Bestand an Wildbienen geht allerdings seit Jahren zurück. (Foto: Christian Schindler)

Spandau. Einige Ursachen sind zwar bekannt, das Ausmaß lässt aber selbst die Experten rätseln: Seit Jahren hält weltweit das Bienensterben an. Die Spandauer SPD-Fraktion will, dass sich der Bezirk um den Fortbestand der emsigen Tiere kümmert und dafür Haushaltsmittel einsetzt.

Eigentlich hatte die SPD den Vorsitzenden des Spandauer Imkervereins Franz Plehn als Fürsprecher in eigener Sache in den Ausschuss für Umwelt und Naturschutz eingeladen. Denn im Gremium stand am 19. April ein Antrag der Fraktion zur Diskussion, nach dem das Bezirksamt mit einer Reihe von Maßnahmen das Ansiedeln von Bienenvölkern in Spandau fördern und finanzieren soll. Grundsätzlich sei diese Idee auch durchaus begrüßenswert, sagte Plehn, zeigte sich aber mit einigen Formulierungen im Antragstext gar nicht einverstanden. „Schade, dass ich nicht früher davon erfahren habe, manches sollte so nicht stehen bleiben.“ Also holte der Bienenexperte zu einem kleinen Exkurs aus.

Zuzug auswärtiger Imker nicht fördern

Allein die fehlende Differenzierung zwischen Honig- und Wildbienen monierte er – Honigbienen gebe es nämlich genügend in der Havelstadt. Nach Abzug der Wald- und Wasserflächen kämen circa zehn Völker auf den Quadratkilometer, das sei nicht schlecht. Um die Tiere kümmern sich 140 Hobbyimker, 86 davon sind organisiert. Über Nachwuchssorgen klagt der Verein nicht. Vom Passus im SPD-Antrag, der Bezirk möge mit Anreizen weitere Imker nach Spandau locken, hält der Vereinsvorsitzende daher gar nichts. „Wir müssen keine Reklame machen“, erklärte er. „Im Gegenteil, ein Zuzug von auswärtigen Imkern sollte wegen der gesundheitlichen Risiken für unsere heimischen Völker und der hohen Bienendichte in manchen Regionen nicht noch gefördert werden.“

Imkern ist kostspielig

Sowohl die Honigproduzenten als auch die über 300 besonders gefährdeten Wildarten bräuchten für ihren Fortbestand vielmehr eine bienenfreundliche Bepflanzung, erklärte Plehn. Dafür sollte der Bezirk sorgen. Empfehlenswert seien neben Blumenwiesen vor allem nektar- und pollenreiche Sträucher und Bäume. Außerdem schlug er vor, das Aufstellen von Bienenvölkern zu erleichtern, hier könne das Bezirksamt geeignete Flächen zur Verfügung stellen. Mehrfach betonte der Vereinsvorsitzende zudem, dass Imkern eine kostspielige Angelegenheit sei. Er wünscht sich öffentliche Fördermittel für Anschaffungen, Futterkranzproben und amtsärztliche Dienste.

Franz Plehn verteilte schließlich ein Papier mit alternativen Vorschlägen für einen Bienenantrag. Jochen Liedtke von der SPD regte an, eine weitere Debatte und die Abstimmung zu vertagen – um den Wortlaut des ursprünglichen Antrags mit dem Experten zu überarbeiten. Dagegen gab es keine Einwände. Das Thema wird ohnehin noch im Grünflächen- und im Haushaltsausschuss beraten, bevor eine Beschlussempfehlung an die Bezirksverordnetenversammlung geht. bm
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