Das bewegte die Menschen 2014 in Spandau

Die neuen Ehrennadel-Träger tragen sich ins Goldene Buch des Bezirks ein. (Foto: Kiefert)
 
Der Freiherr geht auf Reisen. Das Denkmal zieht vom Reformationsplatz dauerhaft auf die Zitadelle. (Foto: Kiefert)
 
Michaela Mendel-Kindermann von der Altenhilfe des Stifts und Hans-Martin Heyn von der TH Aachen laden eines der fünf Elektrofahrzeuge im Johannesstift. (Foto: Uhde)

Spandau. Die Havelstadt lag 2014 ganz im berlinweiten Trend: Geld, Wohnungsbau und die Unterbringung von Flüchtlingen gehörten in diesem Jahr zu den Themen, die die Spandauer besonders interessierten. Wir blicken in aller Kürze auf wichtige Geschehnisse zurück.

Januar

Die Vereinigung Wirtschaftshof Spandau erweist sich wie jedes Jahr als wichtiger Förderer sozialer Projekte in der Havelstadt. Von der Ausschüttung der Zinsen aus dem Stiftungsvermögen der Wirtschaftsvereinigung profitieren diesmal acht Institutionen. Sie erhalten 4100 Euro.

Am 13. Januar wird die Freybrücke überraschend für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 18 Tonnen gesperrt. Erst im September wird die Beschränkung nach Fertigstellung der Ersatzbrücke aufgehoben.

Februar

Bei einem Sanierungsrückstand von rund 100 Millionen Euro ist es kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Immerhin erhält der Bezirk vom Senat für 2014 knapp 4,6 Millionen Euro für die Sanierung von Schulen und Sportstätten. Das reicht für 23 Sanierungsvorhaben.

Die Havelstadt ist um ein bedeutendes Dokument seiner Historie reicher. Die heimatkundliche Vereinigung ersteigerte für knapp 3000 Euro den auf 1806 datierten Angriffsbefehl Napoleons auf Spandau.

Der Bezirk bewirbt sich um die Aufnahme der Altstadt in das Förderprogramm "Aktive Zentren". Im Sommer entscheidet der Senat jedoch, das Spandauer Zentrum in das Förderprogramm "Städtebaulicher Denkmalschutz" aufzunehmen. Das verspricht dem Bezirk zehn bis 15 Jahre lang eine jährliche Förderung von bis zu drei Millionen Euro.

März

Die Zukunft des ehemaligen Hauses der Gesundheit an der Carl-Schurz-Straße 17 ist Anfang März geklärt. Nach dem Umbau soll hier 2016 die Volkshochschule einziehen.

Nach fast 19 Jahren ist im März die Bebauung der Nachbargrundstücke des Berliner Golf Clubs Gatow entschieden. Im Bauprojekt "Golf Pitches" werden hier nun 180 Wohneinheiten entstehen.

Beim 159. Schinkel-Wettbewerb des Berliner Architekten- und Ingenieur-Vereins wurden 115 Beiträge von Studenten zur Stärkung des Spandauer Stadtkerns eingereicht. Am 12. März wurde der Beitrag eines Havelufer-Rundwegs mit dem Schinkelpreis ausgezeichnet.

April

Anfang April beginnt die Diskussion um ein privates Management des Kombi-Bads Spandau-Süd mit der Wiedereröffnung nach langjähriger Renovierung. Als möglicher Betreiber sind später die "Wasserfreunde Spandau 04" im Gespräch. Die SPD ist dagegen.

Die Diakonie-Station des Evangelischen Johannesstifts macht einen Riesenschritt in die Zukunft der Elektro-Mobilität. Mitte April stellt das Stift fünf Elektro-Fahrzeuge in Dienst. Bis Ende 2015 soll deren Effektivität im täglichen Einsatz getestet werden.

Seit 1975 gehörte das Standbild des Reichfreiherrn vom und zum Stein am Reformationsplatz zum gewohnten Bild der Altstadt. Am 30. April ging der Freiherr auf Reisen und wird nun Teil der kulturhistorischen Ausstellung auf der Zitadelle.

Mai

Im Seniorenklub Südpark wird am 9. Mai die erste von drei Gedenktafeln an den 2010 verstorbenen Sozialdemokraten Hans Hill angebracht. Er hatte sich von 1971 bis 1985 in seiner Amtszeit als Sozialstadtrat vor allem um die Entstehung von Senioreneinrichtungen verdient gemacht.

Auf Antrag der CDU macht der Ordnungsausschuss ernst gegen Hundehasser. Künftig wird in Grünanlagen und im Internet vor Tierquälern gewarnt, die immer häufiger Giftköder auslegen. Zudem wird eine zentrale Meldestelle für entsprechende Vorfälle eingerichtet.

Juni

Gute Nachrichten kamen aus der Senatsverwaltung für Finanzen. Im Haushalt für das kommende Jahr muss der Bezirk weder neue Sparauflagen erfüllen noch einen Nachtragshaushalt erstellen. Grund ist eine höhere Finanzzuweisung aus dem Landeshaushalt.

Altbürgermeister Werner Salomon verstarb in der Nacht zum 13. Juni nach langer Krankheit. 1926 in Charlottenburg geboren, prägte Salomon von 1979 bis 1992 sein Spandau.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD Uwe Bröckl tritt am 23. Juni von allen politischen Ämtern zurück. Grund sind zwei Strafanzeigen wegen Untreue der Vereine "Spandau-Neustadt" und "Stark ohne Gewalt". Im erstgenannten Verein war Bröckl Vorsitzender, im zweiten Kassierer.

Juli

In der Karstadt-Filiale bangen die Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze. Die Warenhauskette will bundesweit 29 Filialen streichen. In der Altstadt ist Karstadt ein großer Kundenmagnet.

Das Spandauer Rechtsamt sieht keine Fehler beim Vergabeverfahren für den Mensa-Bau am Kant-Gymnasium. Der Rohbau war zwei Mal ausgeschrieben worden und verteuerte sich am Ende um weitere 6000 Euro. Die CDU-Fraktion hatte deshalb einen Verstoß gegen das Vergabegesetz des Landes Berlin vermutet.

August

Osram kündigt an, bis 2017 insgesamt 283 Arbeitsplätze in seinem Werk in Siemensstadt streichen zu wollen. Der Standort in Spandau aber soll erhalten bleiben.

Ende August startet im Bezirk das Pilotprojekt "Pfandkisten". Vier Boxen für Pfandflaschen werden aufgestellt, um Flaschensammlern die Suche zu erleichtern. Initiatoren sind das Bezirksamt, die Berliner Stadtreinigung (BSR) und die trias gGmbH.

September

Spandaus Stadtplaner stellen Pläne für die "Inselstadt Gartenfeld" vor. Auf dem einstigen Siemens-Betriebsgelände soll ein modernes Stadtquartier aus Wohnen, Gewerbe und Kultur entstehen.

Die Gartenstadt Staaken feiert 100. Jubiläum. Die Siedlung wurde in nur vier Jahren erbaut und gilt als eine der bedeutendsten städtebaulichen Leistungen des frühen 20. Jahrhunderts.

Oktober

Die Rieselfelder Karolinenhöhe werden nicht verkauft. Das teilen die Berliner Wasserbetriebe mit. Lediglich Teilflächen des rund 280 Hektar großen Areals wollen die Wasserbetriebe an den Bezirk abgeben.

Anfang Oktober wird eine Bombe am Maselakepark entfernt. Der Blindgänger stammt aus dem 2. Weltkrieg. Rund 170 Senioren aus dem Haus Seebrücke und 450 Anwohner werden in Sicherheit gebracht.

Die Bruno-Gehrke-Halle bleibt dem Bezirk weitere fünf Jahre erhalten. Ab 2015 soll ein neuer Mietvertrag mit dem Bund als Eigentümer gelten. Derweil wird im Bezirk über die Weitergabe von Hallenzeiten an Dritte gestritten.

November

Die Bezirksverordneten stimmen mit knapper Mehrheit einem Missbilligungsantrag gegen Sportstadtrat Gerhard Hanke (CDU) zu. SPD und GAL werfen ihm vor, die Vergabe von Hallenzeiten unbegründet zur "Chefsache" erklärt zu haben.

Die Berliner Bäderbetriebe geben bekannt, das Hallenbad im Kombi-Bad Spandau Süd Anfang Januar eröffnen zu wollen. Kurz vor Weihnachten teilen die Wasserfreunde Spandau 04 mit, den Betrieb nicht übernehmen zu wollen, obwohl die Senatsentscheidung noch aussteht. Sie spürten zu wenig Rückhalt in der Lokalpolitik, so Cheftrainer Hagen Stamm.

Dezember

Die Gewobag will zum Jahreswechsel 600 weitere Wohnungen in Haselhorst übernehmen. Die Nachricht vom Kauf befeuert die Debatte über günstigen Wohnraum in der Zitadellenstadt.

Fünf Spandauer bekommen mit der Spandauer Ehrennadel die höchste Auszeichnung des Bezirks verliehen. In Spandau ist die Auszeichnung ehrenamtlichen Engagements seit 2001 Tradition.


Ulrike Kiefert, Michael Uhde / uk, Ud
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