Kein Jonny K.-Platz in Spandau: Bezirksamt lehnt ab und nennt Alternativen

Spandau. Den Namen Jonny K. wird im Bezirk keine Straße und kein Platz erhalten. Das Bezirksamt hat einen entsprechenden Beschluss der Bezirksverordneten abgelehnt, schlägt aber Alternativen vor.

Nach dem Berliner Straßengesetz dürfen Straßen grundsätzlich erst nach einer Person benannt werden, wenn diese seit mindestens fünf Jahren tot ist. Ausnahmen sind streng geregelt und werden nach Auskunft der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt im aktuellen Fall nicht erfüllt. Das teilten Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) und Baustadtrat Carsten-Michael Röding (CDU) den Bezirksverordneten am 27. Januar in einer Vorlage zur Kenntnisnahme mit. Eine nach Jonny K. benannte Straße, Grünanlage oder einen Platz wird es damit in Spandau nicht geben.

Das Bezirksamt schlägt aber Alternativen vor. „Der einzige Bezug, der im Zusammenhang mit einer öffentlichen Grünanlage in Spandau zur Person Jonny K. hergestellt werden könnte, wäre die Tatsache, dass Jonny K. im Blasewitzer Ring aufwuchs und auf dem Bolzplatz am Egelpfuhlgraben häufig in seiner Kindheit und Jugend Fußball gespielt hat“, heißt es in dem Zwischenbericht. Darum könnte ein Weg in dieser Grünanlage nach Jonny K. benannt werden. Ob damit jedoch seine Zivilcourage ausreichend gewürdigt werde, könne das Straßen- und Grünflächenamt nicht abschließend beurteilen. Von der Benennung eines Weges sollte daher vorerst Abstand genommen werden. Für würdig genug erachtet das Bezirksamt aber, eine Sportanlage oder Jugendfreizeiteinrichtung nach Jonny K. zu benennen. Denn gerade dort würden viele unterschiedliche Jugendliche aufeinandertreffen und aktiv erfahren, dass man respektvoll und gewaltfrei miteinander umgehen könne.

Der Vorschlag, einen Platz oder eine Straße "Jonny K." zu nennen, geht auf einen gemeinsamen Antrag von Piraten und SPD zurück, der in der November-BVV auch beschlossen wurde. Das Straßen- und Grünflächenamt war damit aufgefordert zu prüfen, ob das Ansinnen realisierbar ist. Jonny K. war im Oktober 2012 in der Nähe des Alexanderplatzes von sechs Angreifern zu Tode geprügelt worden, als er versuchte, einem Freund zu helfen. uk
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Emilio Paolini aus Wilhelmstadt | 03.02.2016 | 10:34  
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