Spandau fordert Senat heraus: Bezirk verweigert weiter Schulsporthallen

Spandau. Der Bezirk weigert sich strikt, dem Senat Schulsporthallen als Notunterkünfte anzubieten. Stattdessen werden Alternativen gefordert.

Das Signal hätte deutlicher nicht sein können. Alle fünf Stadträte haben sich per Bezirksamtsbeschluss darauf geeinigt, dem Senat keine Schulsporthallen als Flüchtlingsunterkünfte anzubieten. „Es werden keine gemeldet, angeboten oder herausgegeben", stellte Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) klar. Denn das Bezirksamt treibt die Sorge um, dass der Schul- und Vereinssport nicht mehr stattfinden kann. „Die Hallen an unseren öffentlichen Schulen werden vollständig für den täglichen Sportbetrieb benötigt“, ergänzt Bildungsstadtrat Gerhard Hanke (CDU).

Unterstützt wird das Bezirksamt gleich von mehreren Seiten. So hat etwa der Sportverein Sportfreunde Kladow einen offenen Brief geschrieben. Darin heißt es: „Bei einer Zweckentfremdung der Halle der Mary-Poppins-Grundschule wäre unsere bisher geleistete Integrationsarbeit vergebens.“ Auch der Bezirkselternausschuss Schule positioniert sich dagegen: „Mit der Belegung von Turnhallen wird der Chancengleichheit in Abiturprüfungen, Bewerbungsverfahren und der Integration ein schwerer Schaden zugefügt.“ Für die Fraktionen von SPD und CDU wiederum ist die Belegung von Turnhallen nur das allerletzte Mittel. Mit seiner Weigerung reagiert das Bezirksamt auf die Forderung des Berliner Flüchtlingsbeauftragten, fünf „potenziell geeignete“ Sporthallen bereitzustellen: Heinrich-Böll-Schule, Bertolt-Brecht-Schule, Mary-Poppins-Grundschule, Bruno-Gehrke-Sporthalle und die Sporthalle am Falkenseer Damm 20. Für Bürgermeister Helmut Kleebank ist das „völlig inakzeptabel“. Denn im Bezirk würden bereits Immobilien und Traglufthallen mit bis zu 4000 Plätzen geplant, was dem Volumen von 15 bis 20 Sporthallen entspreche. Das Land Berlin braucht allerdings nicht die Zustimmung der Bezirke, um Sporthallen zu beschlagnahmen. uk
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