Wildtier-Zirkus in Spandau: Kann das Bezirksamt Gastspiele verbieten?

Spandau. Während etliche bereits darauf verzichten, haben andere Zirkusunternehmen noch immer Wildtiere im Programm. Das Spandauer Bezirksamt soll jetzt prüfen, ob es diesen Zirkussen Gastspiele in der Zitadellenstadt verwehren kann.

In den Niederlanden, in Dänemark, Slowenien, Österreich – und etlichen anderen europäischen Ländern gilt es bereits: ein generelles Verbot für Zirkusse, die Elefanten, Tiger, Löwen, Affen und Co. in ihren Shows auftreten lassen. Kroatien, Griechenland und Zypern gehen noch weiter – sie erlauben überhaupt keine Tiere in der Manege. Auch der Bundesrat hat sich schon im Jahr 2003 für ein Wildtier-Verbot ausgesprochen, ein Gesetz dazu gibt es bislang aber nicht. Nach wie vor präsentieren viele der über 300 durchs Land reisenden Zirkusbetriebe in ihren Programmen vor allem Vierbeiner, die eigentlich in die Freiheit der Steppe oder des Dschungels gehören.

Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von Steglitz-Zehlendorf hat nun beschlossen, Unternehmen, die Wildtiere mit sich führen, keine Grünflächen mehr zu vermieten. Und auf Antrag der GAL-Fraktion will nun auch die Spandauer BVV, dass das Bezirksamt der Frage nachgeht, ob es Gastspiele solcher Zirkusse verhindern kann. „Tierschützer beklagen seit langem, dass die Haltung und die Auftritte von Wildtieren in einem Zirkus nicht artgerecht sein können“, heißt es in der Begründung des GAL-Antrags.

Dass dem Bezirk aber jegliche Handhabe fehlt, den betreffenden Zirkusunternehmen Flächen zu verwehren, sagt der für die Abteilung Bürgerdienste und Ordnung zuständige Stadtrat Stephan Machulik (SPD). Er frage sich ohnehin, was Steglitz-Zehlendorf mit dem BVV-Beschluss anfangen wolle. Und selbst bei den Fraktionen der BVV überwog am Sitzungstag die Einsicht, dass die Gesetzeslage dem Bezirksamt kaum Spielraum erlaubt. Den Prüfauftrag nahmen die Verordneten dennoch einstimmig an. bm
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