Zeltstadt ist abgebaut: Busse fuhren die Flüchtlinge in neue Notunterkunft

Spandau. Berlins einzige Zeltstadt für Flüchtlinge wurde wieder abgebaut. 230 Männer zogen von der Knobelsdorf-Kaserne in die Mertensstraße um.

Die 71 Zelte auf dem Gelände der früheren Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne sind wieder weg. Sie wurden am Vormittag des 21. Oktober geräumt. Das teilte die Prisod Wohnheimbetriebs GmbH als Betreiber der Notunterkunft mit. Zuletzt wohnten noch 230 von ehemals 700 Männern in den Zelten. Busse fuhren sie in die Mertensstraße nach Hakenfelde. Dort hatte kürzlich ein neue Notunterkunft mit 1000 Plätzen auf dem Gelände der ehemaligen BAT-Tabakfabrik eröffnet (wir berichteten).

Im Bezirk stieß die Zeltstadt von Anfang auf wenig Gegenliebe. Nicht nur an den beengten Schlafstätten mit Null Privatsphäre für die Bewohner störte man sich. Stadträte und Bezirksverordnete schauten auch mit Sorge auf den nahenden Winter. Die BVV drängte deshalb wie berichtet auf ihrer jüngsten Sitzung mit einem Dringlichkeitsantrag der GAL-Fraktion zu einer schnellen Schließung der Zeltstadt. Die hatte der Betreiber spätestens für Ende Oktober angekündigt. Auch ein Mitarbeiter des Landessozialamtes (Lageso) hatte sich unlängst ein Bild von der Lage vor Ort gemacht. Nun hat der Senat offenbar reagiert.

Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) und mit ihm viele Bezirksverordnete sind erleichtert über diese Entscheidung. „‎Die schnelle Umsetzung beendet die unhaltbaren Zustände. Zelte sind keine Lösung, das hat nun hoffentlich jeder verstanden“, so Helmut Kleebank. SPD-Fraktionschef Christian Haß und der integrationspolitische Sprecher, Ismail Öner appellieren an den Senat, in Zukunft keine Zelte mehr aufzustellen.

Für die CDU-Fraktion leistet Spandau enorme Anstrengungen bei den Flüchtlingsunterkünften. „Jetzt sind auch die anderen Bezirke aufgerufen, schnell Unterkünfte für die bisherigen Zeltbewohner zur Verfügung zu stellen“, sagt ihr integrationspolitischer Sprecher Thorsten Schatz. Emilio Paolini von den Piraten begrüßt ebenfalls, dass „dieser unwürdige Zustand endlich beendet werden konnte.“ Der fraktionslose Bezirksverordnete Jürgen Kessling ergänzt: „Die Flüchtlinge kommen endlich in warme und trockene Räume. Der Einsatz Vieler hat sich gelohnt.“ uk
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