Abriss des Auswandererbahnhofs Ruhleben hat noch ein Nachspiel

Spandau. Der Abriss des Auswandererbahnhofs Ruhleben an der Straße Freiheit vor rund zwei Wochen hat noch ein politisches Nachspiel. "Spandaus Tradition im geringschätzigen Umgang mit historischen Gebäuden setzt sich fort", so ist eine Pressemitteilung der Fraktion der Alternativen Liste Spandau - Bündnis 90/Die Grünen überschrieben.

Der Verordnete Christoph Sonnenberg-Westeson erinnert daran, dass seine Fraktion schon 2008 beantragt hatte, das verbliebene Gebäude des Auswandererbahnhofs erlebbar zu machen. Zwei Jahre später forderte die Fraktion erfolgreich, das Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen. Weil sich damals die Bezirksverordneten einstimmig für den Erhalt des Gebäudes eingesetzt hätten, sei es bedauerlich, aus der Zeitung vom Abriss zu erfahren, so der Grünen-Politiker. Das Bezirksamt müsse sich fragen lassen, ob es alles getan habe, um das Gebäude zu erhalten. Auch SPD-Fraktionschef kritisiert, dass der Abriss den Bezirksverordneten nicht zuvor mitgeteilt wurde.

Baustadtrat Carsten-Michael Röding (CDU) erklärt gegenüber dem Spandauer Volksblatt, dass die schlechte Bausubstanz dem Amt keine andere Entscheidung zuließ. Wenn dort Neues entsteht, soll laut Röding eine Gedenktafel an die Geschichte des Ortes erinnern, von dem aus Millionen Menschen aus Osteuropa nach Amerika aufbrachen.


Christian Schindler / CS
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