Ausstellung auch "zwischen den Jahren" geöffnet

Auf der Zitadelle können Besucher jetzt ein faszinierendes Land entdecken: zum Beispiel diese von Amit Pasricha fotografierte Tempel-Szenen. (Foto: Zitadelle)

Spandau. Im Gegensatz zu vielen anderen Kultureinrichtungen ist die Zitadelle auch "zwischen den Jahren" täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Da bietet sich der Besuch der aktuellen Indien-Ausstellung an.

Indien und Deutschland sind seit 60 Jahren durch diplomatische Beziehungen verbunden. Für die indische Botschaft ist das der Anlass, im Rahmen der bundesweiten Indien-Tage die Bastion Kronprinz der Zitadelle mit einer dreigeteilten Kunstausstellung zu bestücken. Die Nationale Kunstakademie Indien, die Lalit Kala Akademi, zeigt Arbeiten aus den 1950er- bis 1980er-Jahre. Dazu kommen Installationen und Fotografien. Die Überblicksschau der Akademie lädt ein zu Vergleichen mit der europäischen Kunstgeschichte. Badri Narayans Ölgemälde "Bettler" von 1963 lässt an Marc Chagall denken. Bhupen Khakhars "Tiger auf der Brücke" von 1968, ebenfalls ein Ölgemälde, hat etwas von naiver Kunst, die ja auch exotische Motive nutzte. In diesem Fall folgt der Tiger auf der Brücke einem vermutlich gut besetzten Überlandbus.

Auch Abstraktes findet sich, wie auf Nasreen Mohmedis Zeichnung von 1982. Linien bilden eine Art Gitter, auf das geometrische Formen wie zum Beispiel Dreiecke aufgelegt werden. Den fließenden Übergang von gegenständlicher zu abstrakter Darstellung haben die Inder auch im Programm: Ram Kumar malte 1964 eine Sicht von oben auf Ruinen, die in ihrer Komplexität zunächst wie ein schwer zu durchschauendes Muster wirken.

Während der Besucher der klassischen indischen Moderne wenig "typisch Indisches" findet, kann er in den Panorama-Fotografien des 1966 in Neu Delhi geborenen Amit Pasricha ein faszinierend fremdes Land entdecken. Er sieht in Ekstase versetzte Menschen in einem Tempel, archaische Architektur und merkwürdige Rituale in winzigen Wohnungen.

Der 1959 geborene Subodh Kerkar bringt dann Landschaft und moderne Kunst zusammen. Er gilt als bekanntester Landschaftskünstler Indiens. Mit seinem Projekt "pepper cross" verfolgt er die historische und akutelle Spur des Pfeffers über die Welt. Das Ergebnis sind zum Beispiel riesige Pfefferskulpturen, wie in der Ausstellung zu sehen, und mit unzähligen Muscheln gestaltete Strände, von denen es Fotos gibt.

Die Ausstellung "Indien entdecken" ist bis zum 1. April täglich von 10 bis 17 Uhr in der Bastion Kronprinz der Zitadelle zu sehen. Der Eintritt kostet 4,50, ermäßigt 2,50 Euro, und berechtigt zum Eintritt in alle Ausstellungen der Zitadelle. Weitere Information unter www.zitadelle-spandau.de.

Christian Schindler / CS
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