Bezirk bietet jetzt Schutzräume bis zur Klärung der Identität an

Spandau. Es kommt immer wieder vor, dass die Polizei an Demenz erkrankte Menschen orientierungslos auf der Straße aufgreift und in Obhut nehmen muss. Um ihnen besser zu helfen, bietet der Bezirk seit dem 15. April in vier Pflegeeinrichtungen Schutzräume an.

Das Projekt wird vom Gerontopsychiatrischen Verbund Spandau (GPV), von Gesundheitsstadtrat Jürgen Vogt (CDU) und von der Polizeidirektion 2 organisiert. Eine entsprechende Vereinbarung unterschrieben im Rathaus der GPV und vier Pflegeinrichtungen in den Ortsteilen Falkenhagener Feld, Staaken und Hakenfelde. Damit besteht nun im Pflegewohnhaus des Evangelischen Waldkrankenhauses, Stadtrandstraße 555, im Vitanas Senioren Centrum Birkenhof, Spandauer Straße 22-25, in der Krankenwohnung des Förderervereins Heerstraße Nord, Pillnitzer Weg 8, sowie in der Pro Seniore Residenz Wasserstadt, An der Havelspitze 3, die Möglichkeit, Demenz-Kranke im Notfall angemessen unterzubringen.Bis deren Identität und Wohnort ermittelt werden konnten, mussten sie bisher auf der Wache oder im Opfer-Schutzraum warten, so der Leiter der Polizeidirektion 2, Hans-Ulrich Hauck. Das sei sowohl für die älteren Menschen als auch für die Polizeibeamten oft belastend gewesen. Jetzt werden Menschen mit Demenz in solchen Situationen von professionell geschultem Personal in den vier Pflegeeinrichtungen betreut.

Übernachtung möglich

"Hier werden die Betroffenen für einen bestimmten Zeitraum in unseren Wohnbereichen für demenziell Erkrankte integriert und bekommen - falls notwendig - auch eine Übernachtungsmöglichkeit", sagt Roswitha Gabriel, Heimleiterin im Pflegewohnhaus am Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau.

Alle Hinweise, die das Pflegepersonal über Identität und Wohnort der Betroffenen in Erfahrung bringen kann, werden sofort an die zuständige Polizeidienststelle übermittelt. "Das ist ein wichtiger Schritt, um an Demenz erkrankten Menschen in einer solchen Situation unnötige Belastungen und Stress zu ersparen", sagt Vogt. Um den Polizeibeamten den Umgang mit Demenzkranken zu erleichtern, würden sie von den Pflegeeinrichtungen zudem eine Einführung zum Thema erhalten.

"Angehörige, die ihre an Demenz erkrankten Verwandten vermissen, sollen sich im Notfall weiterhin wegen der Vermisstenanzeige unter der Notfallnummer 110 an die Polizei wenden", betont Hauck.


Michael Uhde / Ud
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