Bürger beschwerten sich über Lärm: Veranstalter wechselt Bezirk

Spandau. In der Havelstadt wird es in diesem Jahr Herbst kein Maßbiertrinken, Schunkeln und Bretzelessen geben. Das Oktoberfest hat Veranstalter Thilo-Harry Wollenschlaeger abgesagt.

Das Fest hätte vom 28. September bis zum 14 Oktober - wie zuletzt - auf der Brachfläche am Brunsbütteler Damm hinter den Spandau Arcaden stattfinden sollen. Doch wie erst jetzt bekannt wurde, erteilte Wollenschlaeger vor einem Monat dem Bezirksamt eine Absage. Im Gespräch mit Baustadtrat Carsten-Michael Röding (CDU) am 13. August begründete der Schausteller seine Entscheidung mit erheblichen Auflagen des Bezirksamts zum Lärmschutz. "Von Seiten des Umweltamts hätte eine Genehmigung erteilt werden können, allerdings hätten die gesetzlich vorgegebenen Werte zur Lärmentwicklung eingehalten werden müssen, um berechtigte Beschwerden von Anwohnern zu vermeiden", erklärt Röding. Zehn Anwohner hatten sich wegen Lärms während des Fests im vergangenen Jahr beim Bezirksamt beschwert. "Hier gilt es sowohl für den Veranstalter als auch für die Genehmigungsbehörde die Rechtsvorschriften aus den Immissionsschutzgesetzen des Bundes und des Landes anzuwenden", so Röding. Dass der Veranstalter deshalb auf das Oktoberfest 2012 verzichten wolle, sei für den Bezirk sehr bedauerlich. Denn es sei von den Besuchern gut angenommen worden.

Anstatt in Spandau wird Wollenschlaeger das Fest jetzt im selben Zeitraum in Marzahl-Hellersdorf ausrichten. Der Schausteller wirbt bereits mit dem neuen "Oktoberfest EastSide". Beim "Le Prom" gegenüber dem Shopping-Center EastGate am S-Bahnhof Marzahn an der Landsberger Allee soll es ein Festzelt mit 1000 Sitzplätzen und täglich Livemusik geben.

Damit es in Spandauer wenigstens im kommenden Jahr wieder ein Oktoberfest gibt, hat die zum Amtsbereich von Stadtrat Röding gehörende Wirtschaftsförderung die Initiative ergriffen. Sie lud am 4. September alle Fraktionsvorsitzenden der in der Bezirksverordnetenversammlung vertretenen Parteien sowie Thilo-Harry Wollenschlaeger für den 1. Oktober ins Rathaus ein. Dann soll vor dem Hintergrund des Lärmschutzes über mögliche Standorte für Volksfeste in Spandau diskutiert werden.


Michael Uhde / Ud
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