Die Neuendorfer Straße 67-69 soll ein sozialer Treffpunkt im Kiez werden

Spandau. Die Bruno-Gehrke-Halle, Neuendorfer Straße 67-69, hat eine neue Perspektive: Der Bezirk könnte die traditionsreiche Sporthalle vom Bund übernehmen und zu einem sportlichen wie auch sozialen Treffpunkt in der Spandauer Neustadt machen.

Noch vor gut zwei Jahren schien das Schicksal dieses Sportstandorts besiegelt: Der damals amtierende Sportstadtrat Carsten-Michael Röding (CDU) kündigte den Mietvertrag mit dem Eigentümer, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Er wollte in Anbetracht der klammen Haushaltskasse Kosten sparen - jährlich rund 120 000 Euro für die Miete, zuzüglich 200 000 Euro an Unterhalt.Die Sportler, die die Hallte nutzen, organisiert von Jürgen Kessling vom Fitnessclub, liefen dagegen Sturm, die SPD machte die Halle zu einem ihrer großen Anliegen. Schließlich fand Röding einen Kompromiss: Der Bezirk mietet den unteren Teil der Halle bis zum 30. September kommenden Jahres.

Für die Zeit ab dem 1. Oktober 2013 sucht jetzt eine von Sportstadtrat Gerhard Hanke (CDU) eingesetzte Arbeitsgruppe eine langfristige Lösung. Das Ziel: Der Bund überträgt dem Bezirk die Halle. Die kann von vielen Partnern - Sportvereinen und sozialen Einrichtungen wie dem Quartiersmanagement oder den Vereinen "Stark ohne Gewalt" und Spandau Neustadt - in deren Verantwortung genutzt werden. Um die Übernahme der Halle für den Bezirk kostenneutral zu halten, müsste das Land Berlin eine andere Immobilie im Rahmen eines Tauschgeschäftes an den Bund abgeben. Hanke ist optimistisch, in den Fraktionen von CDU und SPD im Abgeordnetenhaus wie auch im Bundestag, wo sich Swen Schulz (SPD) immer wieder des Themas annahm, Verbündete zu finden.

Am 19. Dezember konnten Kessling und Hanke einen weiteren Partner vorstellen. Im kommenden Jahr zieht die Sportgemeinschaft Siemens Berlin in die Halle ein, die ihren alten Stammsitz auf dem Siemensgelände verlassen musste. Die 500 Sportler in 19 Abteilungen nutzen für eine Miete von 10 000 Euro bis zum 30. September Teile der Halle, die damit insgesamt wieder zu zwei Dritteln permanent genutzt wird.


Christian Schindler / CS
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