Fahrschule Böhlert feiert 40-jähriges Bestehen

Daniela und Axel Böhlert haben in den letzten Jahrzehnten als Fahrlehrer viel erlebt. (Foto: Uhde)

Spandau. Eines muss man Daniela und Axel Böhlert zugestehen. Das Paar hat Geduld. Versuchen sie doch als Inhaber der Fahrschule Böhlert am Brunsbütteler Damm 11 ihre Schüler erfolgreich beim Erwerb des Führerscheins zu unterstützen. Am 1. Juli feiern sie das 40-jährige Bestehen ihrer Fahrschule.

"Was man am nötigsten braucht, ist einfach viel Geduld", sagt Axel Böhlert. Bei allem Stress im Beruf mache ihm aber besonders der Kontakt mit vielen jungen Leuten noch immer sehr viel Spaß. Und seine Ehefrau freut sich besonders über "die Streicheleinheiten von ehemaligen Fahrschülern". Immer häufiger käme es vor, dass ihr eine ehemalige Schülerin zusage, dass jetzt ihre Tochter zur ersten Fahrstunde kommen werde.

Viele "Ehemalige" werden dabei sein, wenn die Böhlerts am 1. Juli das 40-jährige Bestehen ihrer Fahrschule feiern. Die hatte Danielas Vater Rolf-Dieter Böhlert am 1. Juli 1974 vom Vorgänger Richard Schley übernommen. Acht Jahre später stieg Axel Böhlert als Fahrlehrer ein. Hier lernte er Daniela kennen, als sie sechs Jahre später dazu stieß. Am 1. Juli 1991 übernahm die heute 48-Jährige die Fahrschule.

In all den Jahren haben beide in ihrem Beruf viel erlebt. "Im Schnitt dauert es zwei bis drei Monate, bis unsere Schüler das begehrte Papier in Händen halten", sagt Axel Böhlert. Bei einem Kunden habe es allerdings gut sieben Jahre gedauert, bis er die Führerschein-Erweiterung für das Motorrad erfolgreich abgeschlossen habe. Daniela erinnert sich an einen Achtjährigen, der ihr während der Fahrstunde seiner Mutter einen Heiratsantrag machte. "Er hat derweil mit 18 seine Fahrerlaubnis gemacht", sagt sie. Und ihr Mann erinnert sich noch genau an seine erste Fahrschülerin. "Sie war 65 Jahre alt und bestand immer darauf, dass wir vor der Fahrstunde erst gemeinsam frühstückten", erzählt er.

"Negative Erlebnisse wie etwa einen Unfall, den ich 1996 hatte, blende ich eigentlich gern aus", sagt Daniela. Bei dem Unfall vor der Tür der Fahrschule sei dies allerdings schwer. Ihr Mann habe dort gerade theoretischen Unterricht erteilt und zu seinen Schülern noch im Scherz gesagt, als er den Zusammenprall hörte, dass jetzt seine Frau käme. "Umso erschrockener war ich, als sich das dann bewahrheitete", erinnert sich der 60-Jährige.

Ihr nicht immer einfacher Beruf macht den Böhlerts noch immer sehr viel Freude. Allerdings ziehen beide das gleiche Fazit aus den Fahrlehrer-Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte: "Die Rücksichtnahme und das Miteinander im Straßenverkehr nehmen immer mehr ab."


Michael Uhde / Ud
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