Falkner beringt die Turmfalken der St. Nikolai-Kirche

Ludwig Schlottke beringt jedes Jahr die jungen Turmfalken. Damit sind sie zu identifizieren. (Foto: Ulrike Kiefert)

Spandau. Der 22. Juni wird für die Turmfalken-Küken in ihrem Nest auf dem Turm der St. Nikolai-Kirche sicher ein aufregender Tag. Dann werden sie öffentlich beringt.

Besucher sind herzlich eingeladen, bei der Beringung dabei zu sein. Diesen ehrenamtlichen Job übernimmt seit mittlerweile mehr als 20 Jahren Ludwig Schlottke vom Naturschutzbund Berlin. So lange schon kann sich die Kirchengemeinde regelmäßig über den gefiederten Nachwuchs freuen.

Die öffentliche Beringung der jungen Turmfalken beginnt um 14.30 Uhr. Treffpunkt ist die St.-Nikolai-Kirche am Reformationsplatz in der Altstadt. Kinder sollten mindestens sechs Jahre alt sein und einen Erwachsenen mitbringen. Denn es geht 220 Stufen hoch, um das Nest der Vögel in der Turmhaube der Kirche zu erreichen. Dort wird Ludwig Schlottke den Falken dann mit einer kleinen Zange einen Aluminiumring ums Bein knipsen.

Turmfalken sind ursprüngliche Felsbrüter und beziehen deshalb in der Stadt gern hohe Gebäude. Damit Vogelkundler die exakte Herkunft der Jungvögel später problemlos bestimmen können, müssen sie beringt werden. Berliner Turmfalken wurden schon in Algerien und Tunesien entdeckt. In Deutschland und Mitteleuropa sind sie alljährlich anzutreffen. Findet sich ein Vogelpaar, lebt es meist monogam zusammen. Turmfalken können 16 Jahre alt werden und ernähren sich vor allem von Mäusen. Ihr Nest bauen die Vögel allerdings ungern selbst. Deshalb hat die St. Nikolai-Kirchengemeinde den Brutkasten gebaut. Für dieses Engagement im Artenschutz erhielt sie vom Nabu im Februar 2012 die Auszeichnung "Lebensraum Kirchturm".


Ulrike Kiefert / uk
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