Grüne befürchtet starke Verkehrsbelastung für Spandau

Kladow. Sorgen bereitet der Alternativen Liste Spandau - B’90/Grüne (GAL) die Aussicht auf zunehmenden Autoverkehr auf den Spandauer Straßenzügen Potsdamer Chaussee und Wilhelmstraße. Grund ist der von Potsdam gewünschte Wohnungsbau vor den Toren der Havelstadt.

In Krampnitz plant Potsdam auf dem rund 150 Hektar großen Areal der einstigen Kaserne einen neuen Stadtteil mit 1600 Wohnungen für etwa 3800 Bewohner. Dieses Baugebiet liegt an der Bundesstraße 2, in deren weiteren Verlauf durch Spandau schon jetzt im Berufsverkehr zahlreiche Fahrzeuge in die Berliner City fahren. Nach Vorstellungen des Potsdamer Oberbürgermeisters Jann Jakobs (SPD) würde die Umsetzung dieser Pläne "bei einem Start im Jahr 2013 bis 2023 andauern, könnte jedoch auch schneller verlaufen". Der durch diese Maßnahme entstehende Verkehr könnte nach Potsdamer Vorstellungen auf den vorhandenen und neu geplanten Straßen abgewickelt werden. Ganz in Sack und Tüten ist das Bauvorhaben noch nicht. Die Vorstellungen von der Stadt Potsdam sowie den Ländern Brandenburg und Berlin darüber, wie das Areal genutzt und angebunden werden soll, weichen voneinander ab und müssen erst noch miteinander abgestimmt werden. Dafür muss ein Verfahren bei der Gemeinsamen Landesplanung beantragt werden. Diesen Antrag hat Potsdam bereits gestellt. Die Entscheidung hierzu steht noch aus. Potsdam geht jedoch von einem positiven Abschluss des Verfahrens aus. Mit der Entwicklungsmaßnahme soll noch in diesem Jahr nach der Sommerpause begonnen werden.

Spandau erfuhr laut Baustadtrat Carsten-Michael Röding (CDU) "eher zufällig Ende Januar von dem förmlichen Zielabweichungsverfahren". Dem Bezirk stehe es als Träger öffentlicher Belange zu, Anregungen und Bedenken zu diesem Vorhaben zu äußern. Diese Stellungnahme fließe dann in das Abwägungsverfahren ein. "Das Bezirksamt ist der Meinung, dass die Fragen der verkehrlichen Erschließung noch nicht hinreichend geklärt sind", sagt Röding in einer ersten Stellungnahme. Da die Erschließung mit dem Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) unzureichend sei, müsse von einer beträchtlichen Zunahme des motorisierten Individualverkehrs ausgegangen werden. Es sei damit zu rechnen, dass es in der Folge auch zu Beeinträchtigungen der Ortsteile Gatow und Kladow komme.

Die GAL fragte daher, ob es seitens des Bezirksamts Initiativen zur Beteiligung der Verkehrsbetriebe für eine attraktive Anbindung durch den ÖPNV gebe. Das verneinte Röding. Jedoch habe der Bezirk Spandau in seiner Stellungnahme Potsdam aufgefordert, ein Verkehrsgutachten zu erarbeiten. In dem sollen die Leistungsfähigkeit der Straßenverbindung nach Spandau und wichtiger Knotenpunkte untersucht sowie Maßnahmen zur Bewältigung etwaiger Konflikte erarbeitet werden.


Michael Uhde / Ud
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