Händler aus Nachbarbezirk machte bestes Angebot

Spandau. Die Spandauer Bibliotheken werden Medien im Wert von 150 000 Euro bei einem Charlottenburger Buchhändler erwerben. Dies teilte die Leiterin der öffentlichen Spandauer Bibliotheken, Heike Schmidt, am 14. Januar im Bildungsausschuss mit.

Wie berichtet, hatte sich die SPD dafür eingesetzt, dass die Spandauer Bibliotheken ihre Neuankäufe auch weiterhin über Buchhändler im Bezirk abwickeln. Die Pläne, den Einkauf anders zu organisieren, waren laut Schmidt aufgrund von Einsparvorgaben des Bezirksamtes notwendig geworden. So müssen die Spandauer Bibliotheken bis 2016 fünf Stellen abbauen - zehn Prozent des jetzigen Personals. Gleichzeitig war die Anschaffung der Technik zur Selbstverbuchung mit der Vorgabe gekoppelt, die Öffnungszeiten zu erweitern.

"Wir müssen das Personal direkt im Service am Publikum halten", sagte Schmidt. Das gehe aber nur, wenn es von Arbeiten wie dem Einstellen der neu angeschafften Medien in den Bestand entlastet werde. So war 2013 auch überlegt worden, den zentralen Einkaufsservice für öffentliche Bibliotheken in Reutlingen zu nutzen. Wegen der Buchpreisbindung gibt es zwar bei der Anschaffung der Bücher keine Preisunterschiede, dafür aber beim Service wie dem Foliieren und der Einarbeitung in die Bestände.

Schließlich schrieb das Bezirksamt eine entsprechende Leistung über eine Summe von 150 000 Euro für ein Jahr aus. An der Formulierung der Ausschreibung war auch die auf Vergaberecht spezialisierte Juristin im Bezirksamt beteiligt. "Es gab zehn Angebote, das günstigste kam von einem Charlottenburger Händler, der auch schon mit anderen Bezirksbibliotheken zusammenarbeitet", berichtete Schmidt.

Mit dieser Entscheidung wollte sich der SPD-Fraktionsvorsitzende in der Bezirksverordnetenversammlung, Christian Haß, nicht abfinden. Er regte an, im Bildungsausschuss auch mit Spandauer Buchhändlern zu reden. Dafür fand sich jedoch keine Mehrheit. "Die Ausschreibung des Bezirksamtes war vorbildlich", sagte die Grünen-Fraktionschefin Angelika Höhne. Das Thema könne höchstens noch im Wirtschaftsausschuss behandelt werden.


Christian Schindler / CS
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