Händler befürchtet nur noch mehr Konkurrenz

Auf dem Land- und Bauernmarkt in der Altstadt. Von links: Uwe Hamann, Bettina Meißner, Gabriele Fliegel, Katrin Germershausen und Uwe Rösler. (Foto: Kiefert)

Spandau. Braucht Spandau einen dritten Markttag vor dem Rathaus? Nein, sagen Geschäftsleute und Händler des Havelländischen Land- und Bauernmarkts auf dem Markt in der Altstadt. Bei einem Rundgang mit CDU-Politikern erklärten sie auch warum.

Seit in Spandau über einen dritten Markttag vor dem Rathaus diskutiert wird, scheint es mit der friedlichen Koexistenz der Wochenmärkte vorbei zu sein. Denn das Ansinnen von SPD und Grüner Alternativen Liste (GAL) stößt bei den Händlern des Land- und Bauernmarktes in der Altstadt auf Widerstand. Sie befürchten noch mehr Konkurrenz. Bislang sind die Zeiten beider Märkte aufeinander abgestimmt. Die Stände vor dem Rathaus sind mittwochs und sonnabends aufgebaut, der Land- und Bauernmarkt des Wirtschaftshofes hat montags, dienstags, donnerstags und freitags geöffnet. Nun wollen die Händler vor dem Rathaus den Dienstag dazu.

Was dagegen spricht, machten Händler und Geschäftsleute aus der Altstadt kürzlich bei einem Rundgang mit CDU-Bezirksverordneten über den Bauernmarkt deutlich. Der Markt vor dem Rathaus ziehe die Kunden aus der Altstadt ab und treffe somit den Bauernmarkt schon jetzt empfindlich, so das Hauptargument. Arbeitsplätze und soziale Projekte seien gefährdet, warnte Gabriele Fliegel, Vorsitzende der Vereinigung Wirtschaftshof Spandau. Denn wie die Altstadtmeile werden letztere aus Einnahmen des Land- und Bauernmarktes mitfinanziert.

Um den Kundenverlust sorgen sich auch die Geschäftsleute in der Altstadt wie Katrin Germershausen von Uhren-Brose und Uwe Rösler vom Reisebüro Spandau. "Wir leben von dem Bauernmarkt. Denn wer hier einkauft, kommt auch in unsere Geschäfte", sagen sie. Doch auch die Händler vom Rathausvorplatz argumentieren mit Arbeitsplätzen und ihrer Existenz. Die SPD hatte darum vorgeschlagen, den dritten Markttag zunächst probeweise einzuführen. Uwe Hamann, der seit acht Jahren den Land- und Bauernmarkt leitet, hält das jedoch für unrealistisch. "Einige unserer Händler stehen auch vor dem Rathaus. Organisatorisch wäre ein weiterer Markttag für sie nicht zu händeln."

Für die Bezirksverordneten vor Ort zählte noch ein anderes Argument. "Bei einem weiteren Markttag haben kleinere Kiezmärkte überhaupt keine Chance mehr, weil sie dann noch weniger nachgefragt sind", sagte Bettina Meißner, Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses. So hat beispielsweise der Frischemarkt am Földerichsplatz immer weniger Händler.

Der Prüfantrag von SPD und GAL wird demnächst in einer gemeinsamen Sitzung des Wirtschafts- und des Ordnungsausschusses diskutiert. Dann geht er in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Im Wirtschaftsausschuss war der Prüfantrag im Januar mehrheitlich befürwortet worden (wir berichteten).


Ulrike Kiefert / uk
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