Kladower reanimierte Autofahrer nach Herzinfarkt

Spandau. Der Mann, den Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) am 17. Januar mit der Auszeichnung "Spandauer des Monats" geehrt hat, ist ein Lebensretter. Der 28-jährige Kladower konnte durch sein beherztes Eingreifen Rüdiger Nachbar (60) nach einem Herzinfarkt am Steuer seines Wagens reanimiert.

Der Geehrte, Wojciech W., ist Polizeibeamter und will seinen vollen Namen nicht nennen. Am 20. Dezember vergangenen Jahres war der 28-Jährige mit seiner Familie auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt. Auf der Potsdamer Chaussee staute sich der Verkehr. Auf der Fahrbahn stand mit eingeschalteter Warnblinkanlage das Fahrzeug eines Bestattungsunternehmens. Am geöffneten Fenster stand der Beifahrer. "Mir wurde sofort klar, dass hier etwas nicht stimmt", erinnert sich Wojciech W. Im Gegensatz zu anderen Verkehrsteilnehmern, die hupend an dem Fahrzeug vorbeifuhren, hielt er sofort an.Wie er später erfuhr, hatte Rüdiger Nachbar sein Fahrzeug noch zum Stehen bringen können, ehe er mit einem Herzinfarkt über dem Lenkrad zusammengebrochen war. Gemeinsam mit dem Beifahrer zog Wojciech W. den Bewusstlosen aus dem Fahrzeug und begann noch auf der Fahrbahn mit der Reanimation. Seine Arbeit als Polizist, in deren Rahmen er regelmäßig in Erster Hilfe geschult wird, half ihm, in dieser Stresssituation das Richtige zu tun.

Mit einer weiteren, unbekannt gebliebenen Helferin gelang es dem 28-Jährigen, Rüdiger Nachbar zu reanimieren. Nach dem Eintreffen der Feuerwehr, die ihn weiter versorgte, übernahm Wojciech W. noch vorläufig die Verkehrsregelung.

Als alles erledigt war, fuhr er mit seiner Familie zum Weihnachtsmarkt. "Erst im Laufe des Tages wurde mir so richtig bewusst, was da eigentlich geschehen war", sagt er.

Bei der Verleihung der Urkunde zum "Spandauer des Monats" im Rathaus traf er Rüdiger Nachbar erstmals wieder. Herzlich bedankte sich dieser bei seinem Lebensretter und erzählte: "Mein Arzt hat mir gesagt, dass ich ohne seine Hilfe heute nicht mehr hier sitzen würde."

Kleebank würdigte, dass der 28-Jährige nicht wie viele andere Verkehrsteilnehmer in einer Notsituation weggesehen habe. Er halte es für sehr wünschenswert, wenn dieses beispielhafte Verhalten andere Menschen in einer ähnlichen Situation zum Nachahmen anrege.


Michael Uhde / Ud
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