Mehr als 1300 Betroffene unterschrieben offenen Brief

Spandau. Über 1300 Bürger haben die Einhaltung der Nachtruhe am Flughafen Tegel gefordert. Sie unterschrieben einen offenen Brief der Alternativen Liste Spandau - B’90/Grüne (GAL) an den Berliner Senat.

In dem Schreiben wird der Berliner Senat aufgefordert, das derzeit geltende Nachtflugverbot ab 23 Uhr am Flughafen Tegel endlich konsequent einzuhalten. Insgesamt 1312 vom Fluglärm Betroffene, davon mehrheitlich Spandauer, haben diesen offenen Brief der GAL unterzeichnet. Die Unterschriftenliste ging jetzt per Post an den Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, Michael Müller, sowie an den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (beide SPD). Darüber hinaus fordert die GAL, dass die Zahl der Flugbewegungen reduziert und ein Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr eingeführt wird.

Vom Fluglärm betroffen sind in Spandau vor allem die Wasserstadt und die Neustadt. Die Wohnungen dort liegen in den Flugschneisen und haben laut GAL keinerlei Schallschutz. Entsprechende Forderungen der Anwohner seien in der Vergangenheit immer wieder mit der Begründung abgelehnt worden, dass der Flughafen Tegel in absehbarer Zeit schließen werde. Nach den Statistiken der Berliner Flughäfen hat der nächtliche Flugverkehr am Airport Tegel in den vergangenen zehn Jahren erheblich zugenommen. Vor allem in der Zeit von 23 Uhr bis Mitternacht stieg die Zahl der Starts und Landungen dramatisch. Starteten 2002 noch 75 Flieger in der Nacht, waren es im vorigen Jahr schon 273 (wir berichteten). Insgesamt starteten und landeten in Tegel im vorigen Jahr mehr als 171 000 Flieger.

Gegen die nächtliche Dauerbeschallung wehren sich inzwischen immer mehr Berliner. Am 4. März hatten Betroffene auch aus Spandau beim Oberverwaltungsgericht Berlin beantragt, ab sofort keine regulären Nachtflüge mehr in der Zeit von 23 bis 6 Uhr zu genehmigen.


Ulrike Kiefert / uk
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