Mobilitätshilfe von "Heerstraße Nord" soll nicht mehr gefördert werden

Spandau. Der Senat will den Mobilitätshilfedienst des Fördervereins Heerstraße Nord ab dem 1. Juli nicht mehr fördern. Stattdessen soll der Sozialverband VdK Reinickendorf das Angebot übernehmen.

Damit steht das Angebot des Fördervereins nach fast 25 Jahren vor dem Aus. In dessen Rahmen gehen Begleitpersonen mit älteren oder behinderten Menschen, denen es schwer fällt, alleine ihre Wohnung zu verlassen, spazieren, einkaufen oder zum Arzt. Hintergrund ist die Einführung des "12er-Modells" in Berlin. Die derzeit 15 Mobilitätshilfedienste werden auf zwölf heruntergefahren. Kürzen will der Senat in jenen drei Bezirken, die doppelte Dienste anbieten. Spandau aber erfüllt dieses Kriterium gar nicht. Das wunderte auch Sozialstadtrat Jürgen Vogt (CDU), der darum an Sozialsenator Mario Czaja (CDU) schrieb: "Wir können Ihre Gründe für die Einstellung der Förderung nicht nachvollziehen. Deshalb bitte ich um Mitteilung, welche Kriterien dazu führten, dass ein anerkannter und in Spandau sehr gut vernetzter Träger künftig nicht mehr den Mobilitätshilfedienst ausführen soll." Die Vergabe der Leistung an den ortsunkundigen VdK Reinickendorf sei ein erheblicher Rückschritt für die Betroffenen, so Vogt. Die Antwort fiel unbefriedigend aus. So seien laut Senatsverwaltung auch verschiedene leistungs- und kostenorientierte Kriterien entwickelt worden, um die Entscheidung zu begründen. Welche das konkret für den Förderverein waren, erfuhr Vogt nicht. Auch der Geschäftsführer des Fördervereins, Ralf Stoffenberger, fehlt das Verständnis: "Mit 22 300 Einsätzen im Jahr haben wir mit die höchsten Fallzahlen in Berlin." Rund 300 Senioren zählt der Verein zu seinen festen Kunden. An Fördermitteln erhält er rund 120 000 Euro im Jahr. "Daran wird sich auch mit einem neuen Anbieter nichts ändern", meint Stoffenberger. Viele Fragezeichen bleiben auch für Klaus-Dieter Trautmann. "Diese Entscheidung scheint das Ergebnis eines Rechenkonstrukts zu sein", so der Vorsitzende der Seniorenvertretung Spandau. Die erfolgreiche Arbeit des Fördervereins sei offensichtlich nicht berücksichtigt worden.
Ulrike Kiefert / uk
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