Partie des FC Spandau 06 musste abgebrochen werden

Spandau. Zum einem dramatischen Rettungseinsatz kam es am vergangenen Sonntag, 16. September, kurz vor Schluss des Fußball-Landesligaspiels zwischen dem FC Spandau 06 und dem SC Charlottenburg auf dem Sportplatz am Ziegelhof.

Der Spandauer Spieler Steven Schweizer (19) erlitt in der 88. Minute eine schwere Kopfverletzung und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Zeitweilig hatte Schweizer auch das Bewusstsein verloren. Die aktuelle Diagnose lautet: Schwere Gehirnerschütterung. Nach dem Vorfall wurde das Spiel abgebrochen und Feuerwehr und Notarzt alarmiert. Eine Wiederaufnahme der Partie fand nicht mehr statt. Zum Zeitpunkt des Abbruchs hatte der SC Charlottenburg mit 3:2 geführt. Was die Ursache für die schlimme Verletzung war, darüber gehen die Meinungen bisher auseinander. Gesichert ist, dass Schweizer zunächst mit Charlottenburgs Torwart Marc Regeler zusammen prallte und beide zu Boden gingen. Der Keeper stand kurz darauf wieder auf den Beinen, nicht so der Spandau 06-Spieler. So ist der Vorgang, wie das Spandauer Volksblatt erfuhr, auch in den Aufzeichnungen der Polizei vermerkt. Ebenso, dass es danach zu einer Rudelbildung der Spieler gekommen ist. In deren Verlauf soll es einen Tritt eines Charlottenburger Kickers gegen den Kopf von Schweizer gegeben haben. Diesen Vorwurf erhoben mehrere Zeugen. Deshalb hat die Polizei von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung eingeleitet. Auf die Erkenntnisse des Schiedsrichters kann sie sich dabei anscheinend weniger stützen "Der Unparteiische gehörte zu den wenigen Leuten, die das nicht mitbekommen haben", meint Volker Lüttke, Vizepräsident des FC Spandau 06. Lüttke möchte sich wegen des laufenden Verfahrens dazu zwar nicht weiter äußern, lässt aber durchblicken, dass auch er von einem schweren Übergriff ausgeht.

Zurückhaltender ist naturgemäß die Reaktion des SC Charlottenburg. "Ich war nicht vor Ort, habe mir aber von unserem Trainer sagen lassen, dass es hier keine vorsätzliche Tätlichkeit gegeben hat", sagt der Vereinsvorsitzende Nicolas Wolff. Und möglicherweise habe sich Schweizer seine schwere Verletzung bereits beim Zusammenprall mit dem Torwart zugezogen.

Über mögliche Konsequenzen des Spielabbruchs entscheidet jetzt das Sportgerichts des Berliner Fußball Verbandes (BFV). Die Richter könnten die Partie trotz der um zwei Minuten verkürzten Spielzeit als regulär und damit siegreich für Charlottenburg gelten lassen. Möglich ist aber genauso, dass sie zumindest die fehlende Zeit nachspielen lassen oder gleich eine Wiederholung der gesamten 90 Minuten ansetzen.

Letzteres fordert Volker Lüttke. "Für uns ist klar, dass die Begegnung unter diesen Umständen nicht gewertet werden kann. Sollte das Sportgericht anderer Meinung sein, werden wir in der nächst höheren Instanz dagegen klagen."


Thomas Frey / tf
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden