Pläne der Bäderbetriebe lassen Schließungen in Spandau vermuten

Spandau. Die Berliner Bäderbetriebe (BBB) wollen 14 Hallenbäder in Berlin schließen. Dafür sollen andere Standorte ausgeweitet und das Angebot verbessert werden.

Diese Pläne, die der neue BBB-Chef Ole Bested Hensing am 7. August öffentlich machte, schlagen seither hohe Wellen. Details sind bisher nicht bekannt. Umso heftiger wird deshalb spekuliert. Etwa über das Hallenbad in der Spandauer Radelandstraße, derzeit die einzige Indoor-Schwimmhalle im Bezirk. Auch das Freibad Staaken-West könnte auf der Streichliste stehen. Übrig bleiben würde dann nur noch das Kombibad Spandau-Süd an der Gatower Straße 19, das derzeit saniert wird. Die Halle im Kombibad ist bereits seit Herbst 2010 geschlossen. Im Frühjahr dieses Jahres begannen endlich die Umbauarbeiten, weshalb es dort in diesem Sommer auch kein Freibadbetrieb gibt. Wenn die Anlage aber irgendwann fertig ist, passt sie besser in die Vorstellungen der Bäderbetriebe als andere Standorte.

Denn nach allem was man bisher weiß, favorisiert Ole Bested Hensing ein integriertes Konzept aus Hallen- und Freibädern. Die seien lukrativer für die Besucher, weil sie mehr und ganzjährige Angebote machen können. Auch das Personal könnte dann durchgehend eingesetzt werden. Viele Hallenbäder hätten stark rückläufige Besucherzahlen. Häufig seien die Gebäude sanierungsbedürftig. Ein integrierter An- oder Neubau käme deshalb oft billiger und verspreche mehr Attraktivität.

Fast man diese Aussagen zusammen, dann spricht einiges dafür, dass es auch in Spandau zu Bäderschließungen kommen könnte. Für diesen Fall kündigt Sportstadtrat Gerhard Hanke (CDU) bereits jetzt Widerstand an: "Hände weg von der Radelandstraße", so seine Forderung. Denn das Bad werde auch in Zukunft dringend gebraucht. Ein Hallenbad in Spandau wäre viel zu wenig, so sein Hauptargument. Zumal an der Gatower Straße auch beim jetzigen Umbau keine zusätzlichen Schwimmflächen entstehen. Ohnehin könne dort nicht erweitert werden. "Zwei Bäder brauchen wir außerdem schon wegen des Schul- und Vereinsschwimmens", so der Stadtrat. Zumal es ein Unding wäre, sollten Kinder für den Schwimmunterricht regelmäßig vom Spandauer Norden in den Süden gekarrt werden.

Vorstellen wollen die Bäderbetriebe ihre Pläne am 6. September bei einer Sitzung des Aufsichtsrats.


Thomas Frey / tf
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