Radwegeführung vor dem Rathaus prüfen

Vor dem Rathaus müssen Radfahrer und Fußgänger aufpassen, damit sie sich nicht in die Quere kommen. (Foto: Michael Uhde)

Spandau. Vor dem Rathaus am Altstädter Ring führt der Radweg direkt durch den Bushaltstellenbereich. Deshalb kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Radlern und Fußgängern. Dem Antrag der Fraktion der Alternativen Liste Spandau - Bündnis 90/Die Grünen (GAL), die Radwegeführung dort sofort zu verändern, wollten die Verordneten der anderen Parteien im Verkehrsausschuss am 16. Oktober aber nicht folgen.

Der Antrag der GAL aus der August-Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung sah vor, die Radwegeführung am Spandauer Rathaus und an der Ellipse zu verändern. Die Grünen begründeten ihn damit, dass das Aufeinandertreffen von den wartenden Fahrgästen und den Radfahrern "seit Jahrzehnten das programmierte Chaos" sei. Immer wieder gebe es dadurch Gefahrensituationen.Die GAL schlug folgende Alternativen vor: Der Fahrradweg in Richtung Norden wird über die Feuerwehrzufahrt hinter den Bushaltestellen entlang auf einer Brücke über die ehemaligen Rolltreppenrampen und dann wieder auf seine aktuelle Achse geführt. Nach Süden knickt der Radweg am Amtsgericht nach rechts ab und führt hinter Basketball-Spielfeld und Ellipse an der ehemaligen Stadtmauer entlang. An der Seegefelder Straße mündet der Radweg wieder an der Klosterstraße.

Diesen Vorschlägen wollten die anderen Fraktionen nicht folgen. Die CDU-Verordnete Beate Christ bezweifelte "die Bezahlbarkeit der Vorschläge". Der SPD-Verordnete Uwe Ziesak äußerte seine "ganz persönliche Meinung zum Thema". Er sah es als durchaus möglich an, in diesen Bereichen von den Radfahrern zu fordern, dass sie im Interesse der Fußgänger absteigen. Das halte er für mitmenschliche Rücksichtnahme und keinesfalls für eine Diskriminierung der Radler. Unterstützung erhielt er von Baustadtrat Carsten-Michael Röding (CDU). Der verwies darauf, dass dies eh bereits geltende Rechtslage sei.

Widerspruch gab es vom GAL-Verordneten Franz Josef Bayer. "Auf dieser Hauptachse kann das Radfahren nicht unterbrochen werden, das darf keine Alternative zu unserem Antrag sein", gab er zu bedenken. Nachdem der Ausschussvorsitzende Jochen Liedtke (SPD) daran erinnert hatte, dass dieses Thema auch vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) bereits heiß diskutiert worden sei, jedoch ohne dabei zu einer einheitlichen Lösung zu kommen, schlug seine Fraktionskollegin Gaby Schiller als Kompromiss die Änderung in einen Prüfauftrag vor. Dem stimmte der Ausschuss einstimmig zu.


Michael Uhde / Ud
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