Trotz Bedenken wird jetzt nach Plätzen in ganz Spandau gesucht

Spandau. Mit knapper Mehrheit hat der Grünausschuss am 22. August das Bezirksamt beauftragt, in allen Ortsteilen des Bezirks nach Plätzen für das Grillen in öffentlichen Grünanlagen zu suchen.

Ursprünglich hatte die SPD in der Maisitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) nur einen Grillplatz im Koeltzepark in der Neustadt beantragt. Dieser sollte Bürgern die Möglichkeit eröffnen, dort legal zu grillen. In der Ausschusssitzung lehnte die CDU diesen Antrag ab, mit der Begründung, dass ein öffentlicher Grillplatz nur zusätzlichen Müll und Beschwerden von Anwohnern mit sich bringe.Dem widersprach der Verordnete der Alternativen Liste Spandau - Bündnis 90/Die Grünen (GAL), Christoph Sonnenberg-Westeson: "Das gemeinsame Grillen bringt mehr Miteinander und ist ein berechtigtes Interesse zur freien Entfaltung der Bürger." Er stellte einen Änderungsantrag. "Wir wollen Grillplätze in allen Spandauer Ortsteilen", forderte er darin für die GAL.

Baustadtrat Carsten-Michael Röding (CDU) hielt dagegen: "Man kann sich auch ohne Grillen etwa beim Picknick zusammenfinden", sagte er und erinnerte daran, dass Spandau kein Geld habe, um die Kosten der Müllbeseitigung zu tragen. Ausschlaggebend für seine Ablehnung sei zudem eine Stellungnahme des zuständigen Polizeiabschnitts 21. Der befürchtet, dass Grillfreudige aus ganz Berlin nach Spandau pilgern könnten. Schon jetzt komme es im Koeltzepark immer wieder zu Beschwerden, weil dort feiernde Gruppen Lärm verursachten. Eine Zunahme von Polizeieinsätzen sei somit bei einer bezirksweiten Grillerlaubnis zu befürchten.

Mögliche Folgen von Grillpartys hat der Kladower Jürgen Klausing in einem Beschwerdebrief an das Bezirksamt geschildert. Demnach wurde bei einer Grillfeier in der Nacht zum 12. August in der öffentlichen Grünanlage "Kladower Balkon" an der Sakrower Landstraße ein dort vom Bezirk aufgestellter Holztisch angezündet. Zudem würden dort ständig wahre Müllberge hinterlassen.

Dennoch wird sich nun der Bezirk auf die Suche nach geeigneten Grillplätzen in allen Ortsteilen machen müssen. Nach kurzer Sitzungsunterbrechung kündigte die SPD an, den Änderungsantrag der GAL zu übernehmen. Gegen die Stimmen von CDU und Piraten setzten sich SPD und GAL durch.


Michael Uhde / Ud
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