Warnhinweise in Grünanlagen und Meldestelle geplant

Die Mutter dieser Jungfüchse ist tot. Sie starb offenbar an einem Giftköder. (Foto: privat)

Spandau. Das von der CDU vorgeschlagene Aktionsprogramm "Spandau gegen Tierquäler" nimmt konkrete Züge an. Jetzt hat sich der Ordnungsausschuss einstimmig dafür ausgesprochen.

Die Meldungen über ausgelegte Giftköder in Spandau reißen nicht ab. Eine Anwohnerin aus Hakenfelde berichtet jetzt von verstreuten Ködern in einer Gartenkolonie. "Vor zwei Wochen ist ein Hund gestorben, der an der Havel am Spazierweg so etwas gefressen hat", schreibt Beate Seelinger dem Spandauer Volksblatt.

Auch Wildtiere schlucken offenbar die Köder. So wollen Anwohner vergiftete Füchse gefunden haben. "Drei kleine Füchse, deren Mutter jetzt tot ist, sitzen bei mir in der Nachbarkolonie in einer Grube und schreien die ganze Nacht nach ihrer Mutter", schildert die Anwohnerin. Auch in Haselhorst, im Spandauer Forst und in der Jungfernheide schlugen die Tierquäler bereits zu. Dort wurden Fleischköder mit Rasierklingen, Schnüren oder Rattengift entdeckt (wir berichteten).

Am 16. Mai hatte der Ordnungsausschuss das Thema auf der Tagesordnung. Konkret ging es um das Aktionsprogramm "Spandau gegen Tierquäler". Vorgeschlagen von der CDU-Fraktion und im Ausschuss von der Fraktion der Grünen Alternativen Liste (GAL) ergänzt, sieht es Folgendes vor: In gefährdeten Grünanlagen soll das Bezirksamt amtliche Warnhinweise aushängen und im Internet veröffentlichen. Eine zentrale Meldestelle ist geplant und die Mitarbeiter von Ordnungs- und Grünflächenamt sind angehalten, in Grünanlagen auf solche Köder zu achten. Komplett verhindern lassen sich solche böswilligen Aktionen damit jedoch nicht. Selbst bei einer verstärkten Präsenz der Ordnungshüter könnten Parks und Hundeauslaufgebiete nicht permanent kontrolliert werden, gab Ordnungsstadtrat Stephan Machulik (SPD) zu bedenken. Wenn die Parks noch leer sind, sei es leicht, Giftköder unbemerkt in Büsche zu streuen.

Das Auslegen solcher Köder gilt als Straftat, die von der Polizei verfolgt wird. Konkrete Hinweise helfen dabei. Weniger als zehn Fälle sind dem Bezirksamt bisher bekannt. Andere Bezirke hätten da deutlich mehr, so Machulik. Dennoch sei jeder Fall einer zu viel. Dem Aktionsplan muss jetzt noch die BVV zustimmen.


Ulrike Kiefert / uk
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