Zukunft des einstigen Postgeländes weiterhin unklar

Kein Aushängeschild: Das Gebäude auf dem einstigen Postgelände an der Klosterstraße verkommt immer mehr. (Foto: Uhde)

Spandau. Das einstige Postgelände an der Klosterstraße 38-42 verkommt immer mehr zum Schandfleck. Die Fassade ist mit Graffiti beschmiert, Fensterscheiben sind eingeschlagen. Doch "trotz mehrerer Gespräche mit möglichen Investoren haben wir noch niemanden gefunden, der dort unseren Vorstellungen entsprechend bauen will", so Baustadtrat Carsten-Michael Röding (CDU).

An ein Bauprojekt auf dem Areal stellt der Bezirk mehrere Anforderungen: So dürfe es dort "keine Spekulation geben", sagte Röding. Da das Grundstück mit der Zweckbestimmung "Sondergebiet Post" gekennzeichnet sei, sei es nicht so viel wert wie etwa ein Grundstück in der benachbarten Altstadt. Der jetzige Eigentümer, der offenbar nicht selbst bauen wolle, könne also nicht jeden Preis verlangen.

"Zudem machen wir einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan zur Bedingung, um den sofortigen Bau sicherzustellen", so der Stadtrat weiter. Voraussetzung sei zudem, dass auf dem Areal eine Aufenthaltsqualität für die Öffentlichkeit geschaffen werde. Auch wolle der Bezirk hier keine zweiten Spandau Arcaden genehmigen. Einzelhandel sei nur in kleinerem Ausmaß zulässig. "Ein Neubau auf dem Postgelände muss sich in den Spandauer Maßstab der Bebauung einpassen", forderte Röding. Ein Hochhaus wie am Alexanderplatz sei hier nicht möglich. Auch setzte der Bezirk auf ein Projekt mit guter Bauqualität, da dieses Gebäude den Eingang zur Altstadt auf lange Zeit prägen werde.

Bis ein entsprechender Investor gefunden ist, wird das alte Postgebäude an der Klosterstraße 38-42 stehen bleiben. "Wir haben das Areal ins Sanierungsgebiet Wilhelmstadt mit einbezogen, um den Eigentümer zu zwingen, das Gebäude abzureißen", berichtete Röding.

Mit einem entsprechenden Vorschlag hätte sich im vergangenen Jahr auch der Spandauer CDU-Abgeordnete Kai Wegner an Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) gewandt (wir berichteten). Dieser habe damals jedoch signalisiert, dass wegen der Größe des Grundstücks diese Möglichkeit, die sonst im Sanierungsgebiet gegeben wäre, hier nicht bestehe.


Michael Uhde / Ud
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