"Alpha-Bündnis Spandau" will sich für bessere Grundbildung engagieren

Spandau. Für ein besseres Wissen über Gesundheit, Kultur, Arbeit und Wirtschaft, Politik und vor allem für die Lese- und Schreibkompetenz in der deutschen Sprache will sich künftig das "Alpha-Bündnis Spandau" einsetzen. Das gründete sich am 22. Januar in den Räumen des Vereins "Gesellschaft für Interkulturelles Zusammenleben" (GIZ).

"Es gibt in Spandau zwar Kurse verschiedener Träger, häufig fehlt es jedoch an der Koordination der Angebote", sagte Claire Zynga vom Grund-Bildungs-Zentrum Berlin. Das kümmert sich stadtweit um Information, Beratung und Vernetzung für die Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener. Als Beispiel guter Vernetzung nannte Frau Zynga das bereits seit 2012 arbeitende Alpha-Bündnis Neukölln. Dessen Koordinatorin Konstanze Butenuth berichtete, dass sich im Neuköllner Bündnis bereits mehr als 40 Partner um eine ausreichend Deutsch sprechende Zielgruppe kümmere.

"Die Idee für eine bessere Bündelung Spandauer Aktivitäten entstand bei einer Veranstaltung zur Alphabetisierung im November 2014 auf der Zitadelle", nannte GIZ-Geschäftsführerin Dr. Britta Marschke als Grund für das Gründungstreffen am 22. Januar. An dem nahmen Vertreter der Agentur für Arbeit Spandau, Gabriele Fliegel, Vorsitzende der Vereinigung Wirtschaftshof Spandau, der Spandauer SPD-Bundestagsabgeordnete Swen Schulz sowie Vertreter von Institutionen, wie der "Schildkröte" teil. Diese kümmert sich bereits um Beratung und Unterstützung in beruflichen Situationen.

Die Aufgabe, der sich das neu gegründete "Alpha-Bündnis Spandau" widmen soll, fasste Schulz zusammen: "Das Bündnis soll eine Schnittstelle zwischen Betroffenen und der Gesellschaft sein". Die Dringlichkeit der Aufgabe unterstrich Frau Dr. Marschke. "In Spandau leben etwa 20 000 Menschen, die nicht ausreichend lesen und schreiben können", beschrieb sie das Problem. Häufig lebten diese Menschen im Verborgenen. Analphabetismus müsse daher stärker in das Bewusstsein von Politik und Öffentlichkeit treten. Man benötige viele Verbündete, damit die Betroffenen Mut fassen und lesen und schreiben lernen. Um dies zu erreichen, könne sie sich etwa die Einrichtung eines "Lern-Cafés" in der Havelstadt vorstellen.

Als erste Aufgaben für das Bündnis einigten sich die Gründungsmitglieder auf die Sammlung bereits bestehender Angebote sowie die Suche nach weiteren Mitstreitern.

Interessenten melden sich bei GIZ-Geschäftsführerin Dr. Britta Marschke unter marschke@giz-berlin.de oder kommen zum nächsten Treffen. Das findet am 19. Februar um 16 bei der GIZ am Reformationsplatz 2 statt.

Michael Uhde / Ud
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